Heißluftballon

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Mit neunzehn Knoten durch die Luft

Mit neunzehn Knoten durch die Luft

Vor dem Start
Tausend mal wiederholt und trotzdem nicht gelernt: Heißluftballons fliegen nicht, sondern fahren. Wer das verinnerlicht hat, kann sich schon vor dem Start der ewigen Sympathie des Piloten sicher sein. Wer auch noch weiß, warum, sollte sich schon einmal eine gute Ausrede bei eventuellen Heiratsanträgen einfallen lassen. Also: Ein Ballon fährt, da in der Anfangszeit der Luftfahrt (ja, auch hier heißt es "Fahrt") der Luftraum wörtlich als Raum begriffen wurde. Wie das Meer oder eine Straße. Und da fährt man ja auch. So kommen zahlreiche Begriffe auf einem Ballon aus der Nautik, zum Beispiel drückt man auch die Geschwindigkeit in Knoten aus.

Abgehoben
Abheben geht am besten morgens oder abends. Dann gibt es nämlich die wenigsten Auf- und Abwinde, so genannte Thermiken. Die erschweren das Steuern und vor allem Start und Landung eines Heißluftballons. Im Winter sind die Thermiken schwächer als im Sommer, daher gibt es dann auch Starts in der Mittagszeit. Aber es ist natürlich auch kälter - in der Gondel herrscht immer ziemlich genau die Außentemperatur - und damit sind Fahrten im Winter nicht so beliebt wie im Sommer.

In der Luft
Steuern lässt sich so ein Ballon eigentlich kaum. Er richtet sich immer nach den Strömungen der Luft. Was der Pilot allerdings steuern kann, ist die Höhe - je nachdem, wie viel Wärme er in den Ballon lässt. Und da in unterschiedlichen Höhen unterschiedliche Luftströmungen herrschen, lässt sich auch ein bisschen Einfluss auf die Richtung nehmen. Höher als 3.000 Meter über den Meeresspiegel steigt ein Ballon allerdings nur selten. Denn dann - zum Beispiel bei Überquerung der Alpen - brauchen die Mitfahrer Sauerstoffmasken. Übrigens: Sandsäcke gibt es nur in Gasballons. Die gewinnen durch das Abwerfen von kleinen Portionen an Höhe. In Heißluftballons pumpt man einfach weniger Wärme aus dem Brenner in den Ballon.

Wieder am Boden
Nach dem Luftverkehrsgesetz darf ein Pilot überall landen, wo es technisch möglich ist - theoretisch also auch in deinem Garten. Praktisch ist das aber selten der Fall, denn auch für den Piloten ist es angenehmer, zum Beispiel auf einem großen Feld zu landen. Außerdem braucht es eine Rückfahrgelegenheit. Denn der Ballon landet nicht am Startpunkt - schließlich fährt er mit den Luftströmungen. Daher gibt es ein Verfolgerfahrzeug, was Ballon und Insassen später einsammelt. Wer das erste Mal mitgefahren ist, bekommt traditionell außerdem eine Ballonfahrertaufe und tritt damit in den "Ballon-Adelsstand" ein.

Warum gibt es Pinguine?
Heißluftballons gibt es in unzähligen Formen. Gerade bei Wettbewerben fliegen, nein fahren Pinguine, Erdbeeren und Kühe in überdimensionaler Form über Deutschland. Denn: Die Form des Ballons ist unerheblich - solange er bauchig ist und die Wärme fasst. Der Grund ist aber ein ganz profaner: Die meisten dieser Ballons dienen als Werbung.

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