Der SPUTNIK Festivalsommer
Das war das Highfield!
19.08.2011
Nachdem das Highfield von 1998 bis 2009 bekanntermaßen am Stausee Hohenfelden beheimatet war, gab man sich in diesem Jahr zum zweiten Male am Störmthaler See in Großpösna bei Leipzig die Ehre. Und damit die noch junge Location nicht vergisst, wie der Highfield-Hase nochmal läuft, lud das Festival bereits am Eröffnungs-Freitag mit einem Lineup der allerersten Güte.
Der Highfield-Freitag: Warmmachen mit Sommer-Feeling
Nachdem man sich die noch kalten Festival-Glieder bereits früh bei Kakkmaddafakkas charmant-chaotischem Rap-Funk-Rock-Jazz-Disco-Mix vordehnen durfte, ging es über Yelles flottem Synthie-Pop im Zelt (besonders heiß: Madame im engen Latex-Anzug) oder die krawalligen Blood Red Shows zum alten Haudegen Thees Uhlmann und seiner Band (nein, nicht Tomte) und dessen unnachahmlichen deutschen Texten mit den langgezogenen Vokalen. Da hatte selbst Altocker Petrus beste Laune und präsentierte sich den Highfieldlern (verglichen mit anderen Festivals in diesem "Sommer") verhältnismäßig gnädig.
Das Highfield 2011 - Der Freitag
Am Ende des Donots-Gigs (bei dem man den gleichzeitig spielen Thees mittels rufendem Publikum über das Festivalgelände grüßen ließ) wusste man einmal mehr, warum die Ibbenbürer so gerne auf Festivals gebucht werden: energetisch, tight und die Meute nach Minuten um die Finger gewickelt. Da kann man wahrlich nicht meckern! Hernach noch ein wenig Folk-Punkrock mit Flogging Molly, bis endlich Seeed durch die sächsische Dunkelheit groovten.
Der Pawlowsche Seeed-Reflex
"Zieht euch aus und legt euch aufeinander!" hatten die Berliner zuvor noch gefordert und so ähnlich kam es dann auch. Eine von nur vier Festival-Shows in diesem Sommer, Kollege Marteria mit von der Partie und Kopfnicker-Hits am Fließband (einschließlich der neuen Single Molotov). Der Pawlowsche Seeed-Reflex sprang folglich flächendeckend über und brachte umgehend Wallung, Wanken, Wohlbefinden.
Erst reimen, dann rocken: der Samstag
Nach wohligen 60ies Twang-Gitarren vom symathischen amerikanischen Pärchen-Duo Cults stand der Samstag erst einmal im Zeichen des smarten deutschen Sprechgesangs, wippten mit Blumentopf und Dendemann doch zwei der musikalisch vorbildlichsten deutschen HipHop-Acts über die Hauptbühne (die beim Highfield übrigens die Farbe grün trägt).
Das Highfield 2011 - Der Samstag
Danach zweimal New York und obendrein in zweimal ganzschön düster. Matt Berninger von The National hat so ziemlich das tiefste Organ der internationalen Rock-Gemeinde, und mit Songs wie "Bloodbuzz Ohio" oder "Fake Empire" Hits für die Ewigkeit. Da wollten die Joy Division-Erben von Interpol natürlich nicht schüchtern hinten anstehen und führten ihre fein gebügelten Hemden zu hypnotisch-bizarren Gitarrenwänden aus.
Zwischen Düsterfürst und Brian Molko: 30 Seconds To Mars
Um Mitternacht, nach quirligen Sets der Kooks und der Mighty Mighty Bosstones und Funken sprühenden Skunk Anansie (waren die wirklich jemals weg vom Fenster?) dann der Act, der für viele ein Hauptgrund für den Ticketkauf gewesen sein dürfte: 30 Seconds To Mars! Jared Leto in Sachen Dresscode irgendwo zwischen dunkler Herrscher und dem frühen Brian Molko (Placebo), der Sound breitwandig und fett, das Publikum euphorisiert!
Sonntag: War da mal was mit Grunge?
Highfield-Highlight und gleichzetig der krachende Schlusspunkt am Sonntag: Dave Grohl und seine Foo Fighters. Der Ex-Drummer der Grunge-Legende Nirvana - so viel ist klar - hat von der Selbstbezogenheit und Depressivität seines einstigen Arbeitgebers nichts mit rübergenommen. 2011 huldigen die FooFighters der ganz breiten Gitarrenwand, der ganz großen Rocker-Geste und dem positiven Lebensgefühl! Rock-Party am Störmthaler See - Dankedankedanke Highfield!
Das Highfield 2011 - Der Sonntag


































































































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