Exklusives Radiokonzert bei SPUTNIK
Tele live bei SPUTNIK: ''Wir wollten noch mehr!''
Die Nacht ist noch jung als fünf Exilfreiburger aus Berlin gegen 21:05 Uhr die Bühne in der SPUTNIK-Redaktion betreten. Drei andere Berliner stehen zu diesem Zeitpunkt noch am Rand selbiger und verkaufen ihre Debüt-EP: Soundcheck-Act Lisa WHO. Ganz offensichtlich hat vielen Besuchern der charmante und oft mitklatschkompatible Pop irgendwo zwischen Wir Sind Helden und Mia gut gefallen: "Ihr lächelt ja wirklich alle", sagt Frontfrau Lisa zwischen zwei Songs und wird auch in den nächsten Stunden noch einige CDs verkaufen. Und das, obwohl die Konkurrenz auf der Bühne inzwischen groß ist.
"Es müsste immer Musik da sein", sagt einer der Personen im Film "Absolute Giganten". Warum nicht die von Tele? Mit einem leidenschaftlichen "Uhhh" von Sänger Francesco Wilking und "Cecile", dem Opener des aktuellen Tele-Album "Jedes Tier", beginnt das wahrscheinlich längste SPUTNIK Studiokonzert der letzten Jahre. Die Band gibt sich bestens gelaunt, Gitarrist Tobias konzentriert sich entweder auf sein Instrument oder schwebt mit geschlossenen Augen durch die Songs, während Bassist Jörg geschmeidig mit dem Oberkörper groovt.
Nach nur zwei Songs singt Francesco im auf der Anreise handgeplätteten schwarzen Hemd bereits das Motto des Abends: "Wir wollen noch mehr, mehr, mehr!" Ob der Textfülle geht ihm nur wenig später in "Mario" zum ersten Mal die Puste aus. Vielleicht aber ist auch die schwüle Sommerwärme, die sich schon nach zehn Minuten in der kompletten Redaktion breit gemacht hat, daran Schuld. Egal! Denn allein der mehr oder weniger improvisierte Textteil, der aus dem Tele-Klassiker "Mario" einen Sechsminüter macht, hat mehr Wahrheit und Seele als ganze Alben anderer Bands. "Hier kommt das neue Gefühl", klingt es aus den Lautsprechern und der Mystery Man in black - Francesco - berichtet den Radiohörern von "leckeren Essensbergen, wunderschönen Menschen vor der Bühne und kleinen Grüppchen, die sich küssend in den Armen liegen".
Spätestens als sich der Rhythmus von "Die Nacht Ist Jung" ohne Bedenken in die Hüften des Publikums schleicht, kann nichts mehr schief gehen. SPUTNIK-Bücherfachfrau Lydia Herms tanzt auf einem Redaktionsschreibtisch, während des fantastischen "Fieber" gibt schließlich nicht nur die Frisur des Tele-Sängers auf. Nach knapp 80 Minuten beendet die Band ihr Set mit "Wenn Du Gehst", das kurz vor Schluss in einen schlurfenden Reggaerhythmus mündet und mit den Worten "Geh nicht! Bleibt bitte hier!" endet.
Mehr muss nicht gesagt werden, nur ein paar deutliche Zugabe-Rufe später kehren die Herren zurück, denn der Zugabeblock mit einem ebenso fantastischen "Falschrum" und zwei weiteren Songs ist schließlich fest gebucht. Zu "Immer Nur Du" und mit Blick auf die 22:30 Uhr zeigende Studiouhr gewöhnt sich das Publikum langsam an den Gedanken des Abschieds. Nachdem ihr Sänger bereits die Bühne verlassen hat, legt sich der Tele-Rest nochmal instrumental ins Zeug und bringt das Stück im Temporausch furios zu Ende.
Doch eine letzter Song wartet noch auf der Setlist: mit "Hans" und einer Zimmertemperatur von knapp 30 Grad geht der Abend zu Ende. Band durchgeschwitzt, Publikum schweißnass - vor und auf der Bühne glückliche Menschen. Wir sind uns einig: Eigentlich müsste immer Musik da sein.















































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