Backstage bei den STD

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Samstagnacht im Backstage-Bereich

Samstagnacht im Backstage-Bereich

Samstagabend, 22:00 Uhr. Nadine und Josy haben das STD-Gelände verlassen, um sich ein bisschen die Füße zu vertreten. Immer am Zaun entlang. Nach etwa hundert Metern stehen sie vor einem großen Eisengitter, verhangen mit einer blickdichten Plane, die offenbar vor neugierigen Blicken schützen soll. Dahinter ist es hell erleuchtet. Nadine lugt durch einen Spalt, kommt aber mit ihren Beobachtungen nicht besonders weit, denn nach wenigen Augenblicken steht ein Wachmann vor ihr. "Backstage-Bereich, ihr habt hier keinen Zutritt." Nadine geht einen Schritt zurück. "Ist ja gut, wir fassen schon nichts an." Beide gehen weiter. "Wäre schon mal spannend gewesen. Aber die machen immer so ein Geheimnis draus."


Zehn Minuten später auf der anderen Seite des Tors. SPUTNIK-Musikredakteur Andreas sieht auf die Uhr. "Eigentlich müssten die Leute von Kook & Roxxy jetzt langsam von der Bühne kommen." Das Berliner Duo hatte genau in jener Minute, als Nadine einen Blick durch den Zaun erhaschen wollten, seinen Auftritt auf der Open-Air-Bühne beendet und war in der Garderobe verschwunden. Andreas und Kamerafrau Katrin wollen mit den beiden ein Interview aufnehmen, das später im Festivalradio zu hören und bei SPUTNIK.DE als Video zu sehen sein wird.

Die Reporter stehen mit dem Rücken zu einem gelben Container, drei mal vier Meter groß, an dem ein Zettel mit der Aufschrift "Multimedia-Redaktion" hängt. Im Inneren stehen vier Tische dicht nebeneinander, aufgestattet mit Videoschnittplätzen. Alle sind besetzt. Visual-Radio-Producer Roman, der seinen Arbeitsplatz auf dem Festivalgelände umgangssprachlich gern als "Konservendose" bezeichnet, spielt Filmsequenzen, die eine Redakteurin am Nachmittag auf dem Zeltplatz gedreht hat, in einen Rechner ein. Am nächsten Morgen soll der fertige Beitrag im Internet sein. "Wir haben zwei Kamerafrauen im Einsatz." Die eine, Anita, hat gerade ihre Kassette abgeliefert und ist schon wieder auf dem Festivalgelände unterwegs. Die andere wartet noch immer auf Kook & Roxxy.

"Wer Musik macht, lebt nicht nach der Uhr", sagt Andreas, der aus dem Künstlerbüro, ebenfalls im Backstage-Bereich angesiedelt, erfahren hat, dass die Berliner zunächst einen Nachtsnack im Cateringzelt nehmen wollen. Es ist 22:30 Uhr. Katrin will die Wartezeit nutzen und ein paar Bilder von Client aufnehmen, deren Show inzwischen läuft. Sie geht los, an einem blauen Transporter vorbei, aus dem ein dicker Kabelstrang herausläuft, und gelangt über eine Treppe von hinten auf die Open-Air-Bühne. Jetzt hat sie nicht nur die drei Damen aus Großbritannien im Blick, sondern auch die bebende Partycrowd direkt vor der Bühne. Es sind Tausende.

Der blaue Transporter ist der Ü-Wagen für das Festivalradio. Immer mit einem drahtlosen Mikrofon in der Nähe: Moderatorin Ulivia. Sie plaudert gerade on Air mit Milk & Sugar über deren aktuelles Album. In einer kleinen, stickigen Kabine im hinteren Teil des Fahrzeuges sitzt Techniker Heinz Kaiser, der für den guten Ton verantwortlich ist und mit 61 Jahren eine Menge Erfahrung mitbringt. Er ist vielleicht das älteste Mitglied der Backstage-Crew. Über sein Mischpult hat er in der Hand, welcher Floor im Festivalradio übertragen wird. "Es ist gar nicht so einfach, den Sound so hinzubekommen, dass einerseits die Musik gut zu hören ist, die Radiohörer andererseits aber genügend Live-Atmosphäre spüren." Festivals wie die TURNTABLE DAYS bedeuten für ihn einen 16-Stunden-Tag.

Die Funkuhr im Ü-Wagen steht auf 22:43, als Andreas und Katrin zum Cateringzelt aufbrechen. "Es kann losgehen, Kook & Roxxy sind bereit." Eilig laufen die beiden zwischen parkenden Bühnentrucks und Crewfahrzeugen hindurch. Die Chance will genutzt sein, zumal die Zeit inzwischen drängt, denn in einer guten Viertelstunde wollen die beiden schon mit den Mädels von Client sprechen. Sie sind ein gutes Team - ein kurzer Technikcheck, ein Blick in das verwunderte Gesicht von Roxxy, und Andreas weiß sofort, was er an dieser Stelle immer wieder erklären muss: "Wir bei SPUTNIK machen Radio und Videobeiträge. Deshalb habe ich zwei Mikrofone dabei." Dann stellt er die erste Frage: "Ihr habe einmal gesagt, das Publikum bei euch soll nicht nur mitwippen, sondern tanzen. Hat das heute geklappt?" Alles Routine. Doch manchmal kann er sich gut vorstellen, auch auf der anderen Seite des Zauns zu stehen und nicht Backstage zur Arbeit zu müssen.

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