SPUTNIK Black Beatz
Die Redford Stephens-Story: The Roots
16.12.2011
„Wir sind nun schon so lange dabei, dass wir inzwischen einfach gerne mit einem thematischen Überbau arbeiten und unsere Erfahrungen darin unterbringen.“ Genau diesen bietet der Quasi-Romanheld Redford Stephens, um dessen Lebensgeschichte the legendary Roots ihr 11. Studioalbum geklöppelt haben. Roots-Cheftrommler und -agitator ?uestlove umschreibt die Geschichte so: "Es geht um ein Street-Kid, das in die Kriminalität abrutscht, obwohl er ganz und gar nicht als Verbrecher zur Welt kam. Er ist keinesfalls der wilde, unzivilisierte Waffenschmuggler wie z.B. Bishop, den Tupac im Film ‘Juice’ gespielt hat. Im Gegenteil: Dieser Typ ist umsichtig, weder ein Opfer, noch ein Held, halt irgendein Junge, der sein Leben immer gerade so interpretiert, wie es der jeweilige Moment von ihm verlangt."
Soundtrack mit Tarrantino-know how
Dementsprechend sieht der Schlagwerk-Wuschelkopf der nun schon seit 2 Jahren bei Jimmy Fellon tätigen Talkshow-Combo das neue Album auch eher als eine Art Hörbuch oder Filmsoundtrack. Zumal sich die Erzählweise, nämlich aus posthumer Friedhofsperspektive des Protagonisten, an einem Großen des Regie-Fachs orientiert: "Das Schwierigste, diese Story am Ende zusammenzukleben, war die Tarrantino-artige Herangehensweise, mit der wir die Struktur brechen wollten. Also in der Art: "Das Ende zuerst, dann der Anfang und schließlich die Mitte?", so Mr. Thompson bei motherjones.com.
Finale Furioso
So beginnt die bewusst unchronologische Geschichte um das tragische Wechselspiel zwischen freiem Willen und den unvermeidlichen Daumenschrauben des Schicksals mit einem fast atmosphärisch dahinschwebenden Song-Opener namens "Sleep", um dann über die Single "Make My" in Roots-typische Sound-Gefilde wie "Kool On" oder "The Other Side" zu flutschen. Und nach der melancholischen Dice Raw-Collabo "The Tip Scale" taucht das Philly-Ensemble für ein Finale Furioso in die Sphären der Schumanns und Brahms' dieser Welt ab und fördert einen vierteiligen konzertanen Abspann mit Piano und Streichereinheit zu Tage, der fast gewandhaustauglich zu sein scheint.
Fehlt noch was für Weihnachten?
"Wenn ich als DJ auflege, bin ich zwar der König der Playlisten, aber was unsere Alben angeht, sollen die sich auf gar keinen Fall wie eine Playlist oder wie ein Mixtape anhören." Macht "undun" garantiert nicht, lieber ?uestlove.
Trotzdem als appetizer in der zerhexelten Form: The Roots als Black Beatz Act der Woche. Heute abend ab 22:00 und danach rund um die Uhr im SPUTNIK Black Channel. Für die unversehrte Variante gilt gerade zur Weihnachtszeit: kaufen.







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