SPUTNIK Black Beatz
Effektehascherei mit T-Pain
09.12.2011
"Ich schwöre es hier und jetzt: Ich werde nie wieder Auto-Tune benutzen!" proklamierte T-Pain im Spätsommer scheinbar unmissverständlich via allhiphop.com. Doch schon im Nachsatz wurde klar, dass es sich dabei weniger um eine intonative als vielmehr um eine geschäftliche Umorientierung handelte, denn "ich habe da etwas, das ist noch besser. Und das nennt sich 'Der T-Pain Effekt'." Wenn schon 'Mr. Auto-Tune', dann wenigstens nicht mehr als kostenloser Webeonkel für die Erfinder-Firma Ataris. Ab sofort also im geldwert-synergetischen joint venture mit der Bostoner Audio-Klitsche iZotope, bei der nunmehr ein entsprechendes neckisch effektives Software-Paket für 99 Dollar zu ordern ist. "Wenn irgend jemand über Auto-Tune labert, meint er doch eigentlich T-Pain. Also Hand aufs Herz: Du willst den T-Pain Sound? Na dann nimm den 'T-Pain-Effekt'!"
Entwicklung statt Ballermann
Dementsprechend nimmt sich die akustische Naturalisierung des stets bunt bebrillten Tallahassee-Boys auf seinem Album-Viertling eher marginal aus, denn Effekt bleibt nun mal Effekt. Und Vertrag eben Vertrag. Trotzdem spricht der einst durch die schlitzohrige "f***"-Coverversion von Akons "Locked Up" ins Business geschlitterte Florida-Filou von einer persönlichen Entwicklung, die er mit einem eigentümlichen Großbuchstaben-Kauderwelsch im Albumnamen verklausuliert. Sprich: dieser zielt weniger auf das altehrwürdige Schießgerät, als vielmehr auf das englische "evolve".
"T-Wayne'-Projekt gestorben
"Ein wirklich verrückter Mix von Sachen... das verwirrt mich selbst sogar bisweilen," gibt ein nach wie vor stimmenmodulierter Mr. Najm noch einmal im Billboard zum Besten. Und damit umschreibt er grob, was einem angefangen von einer Turbotanzbombe mit Pitbull über den "Best Love Song" mit Chris Brown bis hin zur Lily Allen & Wiz Khalifa-Sonntagmorgen-Katerstimmungs-Ode "5 O'Clock" so erwartet. Zudem lässt einem das programmatisch rumpelnde Next-Single-Lil Wayne-Gerät "Bang Bang Pow Pow" leidlich verschmerzen, dass das einst so euphorisch ausgepreiste 'T-Wayne'-Projekt seit dieser Woche wohl endgültig in der gelben Tonne der Musikhistorie gelandet ist.
Es kann nur einen geben
Seiner Effekt-Jüngerschar gibt der Zylinder-Fetischist mit der Rastamatte allerdings noch folgendes mit auf den Nachahmer-Weg: "Sie können halbwegs so klingen wie ich, aber niemals wird einer in der Lage sein, Songs zu schreiben wie T-Pain. Da gibt es nur ein Original!" Recht hat er! Wer T-Pain ungeschminkt am Flügel will, klickt sich rechts bei seinem Jimmy Kimmel-Auftritt rein. Garantiert getuned ballert er als Black Beatz Act der Woche um die Kurve: T-Pain - rEVOLVEr.
Das gibt es heute ab 22:00 im Radio, später dann rund um die Uhr im SPUTNIK Black Channel. Press Play!







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