SPUTNIK Popkult
Klee akustisch: "Willst Du Bei Mir Bleiben"
18.08.2011
Kaum eine andere deutsche Band versteht es seit Jahren, uns derart unverkrampften, unverschämt eingängigen Gitarrenpop mit bittersüßen Melodien in die Gehörgänge zu pflanzen, wie die Band "Klee" aus Köln. Und Sängerin Suzie Kerstgens ist eine echte Geheimwaffe: mal erotisch verhuscht oder mit samtener Innbrunst sinniert sie über Liebe, Tod und Teufel sinniert.
Aus Rallye wurde Klee...
Der Teufel war es wohl auch, der die Finger in den frühen Tagen von Klee mit im Spiel hatte. Im Jahr 1999, Suzie Kerstgens war mit Tom Deininger und Sten Servaes schon seit einiger Zeit in der Indieband "Ralley" aktiv, kam der Tourbus auf der Rückfahrt von einem Videodreh von der klitschnassen Fahrbahn ab. Tom und Sten verletzten sich schwer. An Musik war in den nächsten Monaten nicht zu denken. Erst zwei Jahre später kam die Kombo, genesen und voller Elan, unter neuem Namen zusammen. "Klee", in Anlehnung an den bekannten Maler und das verheißungsvolle Glückssymbol, war (wieder)geboren.
Songs mit Mitsummzwang
Ihr Händchen für den perfekten Dreieinhalbminüter haben sich die drei Musiker auch durch den schrecklichen Unfall nicht zerstören lassen. Schon die erste Single "Erinner Dich" wurde 2002 zum Titelsong der Musikmesse Popkomm erkoren und mogelte sich charmant in die deutschen Single-Charts.
Das sich daran anschließende Album "Unverwundbar" kanalisierte die Indiewurzeln der Band in zeitlosem Elektropop. Bezüge zu britischen Gitarrenbands der Neunziger wie "New Order" oder den "Smiths" gab es reichlich, und auch Vergleiche mit internationalen Topacts wie "Air" ließen nicht lange auf sich warten.
Mit neuer Platte am Start...
Die nachfolgenden Alben "Jelängerjelieber" von 2004 und "Berge versetzen" aus dem Jahr 2008 verankerten ihre Wurzeln ebenfalls in dieser bunten Melodienwiese. Und auch die neue Platte "Aus lauter Liebe" (ab dem 26. August im Plattenladen eures Vertrauens erhältlich) trägt die unverkennbare kleesche Handschrift: ganz stramm in Richtung Kitsch, aber kurz davor noch geschmackssicher und mit Karacho in Richtung "Hit" - das ist es, was gute Popmusik ausmacht.







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