SPUTNIK Popkult | Mo-Fr 19 bis 22 Uhr
Soundcheck-Act der Woche: Molatree
05.08.2012
Handgemacht. Eine musikalische Beschreibung, die schon lange kein musikalisches Gütesiegel mehr sein muss. Denn handgemacht heißt oft, dass Musiker einfach keinen Plan von protziger Studiotechnik haben. Mal ehrlich: heute kann sich doch jeder Depp über Nacht seinen aufgeblasenen Elektro-Pop-Track am heimischen Rechner zusammenschrauben. Aber hat das Seele? Wenn man sich die Finger blutig klickt, statt an den Saiten wundschrammelt?`
Gute Songs brauchen Zeit
Molatree aus Erfurt gehören zu der Sorte Band, die sich für ihre Musik und für ihre Songs noch viel Zeit nehmen. “Um einen guten Song zu schreiben, braucht es viel Zeit und den klitzekleinen Moment, in dem alles passt“, beschreibt Gitarrist und Sänger Enrico das Geheimnis seiner Band. Sein Gesang steht bei Molatree immer im Mittelpunkt. Facettenreich, leidenschaftlich, sehnsüchtig singt er von kleinen und großen Alltagsflüchten. Der Rest der Band trägt seine Songs. Oft zurückgelehnt und entspannt, wenn’s sein muss aber auch schon mal mit dem nötigen Druck nach vorn.
Wenn Fische auf Bäume klettern
Molatrees Musik klingt erdig. Besser ausgedrückt vielleicht naturverbunden. „Das kommt wohl vor allem daher, dass wir akustische Instrumente wie das Cello und die Akustikgitarre drin haben, die so nach Holz klingen, dass dieses Bild sofort da ist“, begründet Enrico den Bandsound. Daher könnte auch der Bandname kaum besser passen. Obwohl es so etwas wie einen "Mola Tree" eigentlich gar nicht gibt. Denn Mola steht für einen seltenen Meeresbewohner der Sorte Mondfisch. Der hat in Bäumen nichts zu suchen. Aber schön klingt’s trotzdem. Genau wie die Musik von Molatree.
Im SPUTNIK Popkult (montags bis freitags ab 19 Uhr) und im SPUTNIK Soundcheck (dienstags ab 22 Uhr) stellen wir euch Molatree - unseren Soundcheck-Act der Woche - genauer vor.






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