SPUTNIK Black Beatz
Südstaaten-Skillz mit Geigerzähler: Yelawolf
22.12.2011
Gadsen, Alabama - das suggeriert vor allem ländliche Einfalt, dünne Geldbeutel und Classic Rock auf jeder Frequenz. Dort zählt der örtliche Wal-Mart zu den kulturellen highlights, alleinerziehende Mütter zur vorherrschenden Familienform und der abendliche Tresenbesuch zur Hauptmahlzeit. Und natürlich denkt man dabei an den Lynyrd Skynyrd-Smash "Sweet Home Alabama", der auch heute noch jede "40-Jahre Abitur"-Feier zum Explodieren bringt. Aber was hat das nun mit Hip-Hop zu tun? Es hat, Stichwort: Yelawolf.
Kerouac mit LL-Skillz
Dieser weiße, halshochtätowierte Schlacks mit den irokesenartigen Schläfen-Schneisen zählt zweifelsohne zu den Hip-Hop-Aufsteigern des Jahres. Als Kind mindestens 15 mal zwischen Trailerparks von New York bis Cali umgezogen, wurde er nach seinem 2005er Indie-Debüt "Creek Water" noch als "Jack Kerouac mit den Skillz eines LL Cool J" ettikettiert. Mittlerweile reden alle nur noch vom unique Yelawolf-Alabama-Style, den der mittlerweile äußerst heimatverbundene Spross eines waschechten Cherokee-Indianers irgendwo zwischen Rap und Rock platziert hat: "Ich bin einer der ehrlichsten Künstler da draußen. Und da spielt es überhaupt keine Rolle, ob ich nun über eine 808 oder eine Gitarre rappe."
Der Unterschied ist eindeutig
Das hat auch die Chefetage von Eminems Mutterlabel Interscope kapiert und den Ex-Skater nach erhabenen Gaststarts bei Juelz Santana oder Big Boi ins Shady-Lager geholt. Natürlich liegt bei dieser Konstellation sofort der Vergleich mit Detroits berühmtesten Blondschopf auf dem Küchentisch, doch der Wolf relativiert:"Es ist ein fairer Wettbewerb zwischen uns, aber der Unterschied ist eingeutig. Bei Reim-Rhythmus, bei den Worten. Da gibt es welche, die er garnicht reimen kann. Ich schon, wegen meines Südstaaten-slangs eben."
Radiaoaktiv ja, Abfall garantiert nicht!
Deshalb belassen es die beiden auf Yelawolfs Zweitling auch bei einer kernigen Collabo mit Ex-3-6-Mafia Lady Gangsta Boo, um dann weiteren Protagonisten des Schlages Shawty Fatt, Lil Jon oder Kid Rock den Featuring-Acker zu überlassen. Und warum als Titel "Radioactive"? "Ich denke das ist ein perfektes Wort zu beschreiben, wohin ich gehe. Es ist wie der radioaktive Niederschlag von dem, was ich duchgemacht habe und was davon übrig geblieben ist. Echtes radioaktives Material eben."
Na dann, die Geigerzähler getuned, Yelawolf - Radioactive, der letzte 2011er Black Beatz Act Woche. Wo? In den SPUTNIK Black Beatz, Freitag ab 22:00, und dann im SPUTNIK Black Channel.







Artikel verbreiten:
oder
via Mail empfehlen