SPUTNIK Heimattour | 14.12.2011
Angekommen: Jupiter Jones
14.12.2011
Dass der Abend kein ganz lauter werden würde, ist schon beim Auftritt von Anne Haight absehbar. Der SPUTNIK Soundcheck-Act überrascht mit einer Vielzahl von Instrumenten inklusive Bratsche und zarten Sounds irgendwo zwischen Feist und Aimee Mann. Das Publikum in der Palette ist begeistert.
Fotostrecke: Anne Haight und Jupiter Jones live
Kein Firlefanz
Dann ist Zeit für Jupiter Jones, und eins wird schnell klar: Außerhalb ihrer Songs ist Melodramatik nicht die Sache dieser Band. Für den emotionalsten Moment des Abends braucht JupiterJones-Sänger Nicholas Müller grade mal fünf Sekunden und ein schiefes Grinsen. "Wir spielen diesen Song immer noch gerne. Er geht raus an meine Mama und heißt "Still"!
Die Gefahr: Alle warten auf das eine Lied
Hitsingles können zum Fluch werden für Bands, gerade dann, wenn sie so aufgeladen sind wie dieser Song, der im April 2011 zur inoffiziellen Hymne all jener wurde, die dem Frühling zum Trotz mit Trauern beschäftigt waren. Nicholas schrieb das Stück für seine verstorbene Mutter, und wenn man ihn so sieht auf der Bühne in der Tanzbar Palette in Halle, zufrieden, entspannt, in Entertainer-Laune, dann ahnt man, dass der Erfolg des Liedes auch für ihn eine Art Therapieerfolg gewesen sein muss.
Die Macken sind echt
Das SPUTNIK-Publikum singt jede Zeile mit, aber leise, Respekt vor dem Song liegt in der Luft. Das Ding mit dem Fluch handhabt die Band souverän: "Still" kommt früh an diesem Abend, wird eben nicht zum großen Finale, sondern bleibt einer von vielen großartigen Songs dieser Band. Jupiter Jones würden sich vermutlich eher die Gitarrenhälse absägen, als nach dem Chartserfolg von Single und Album einen auf dicke Hose zu machen. Ein Jahrzehnt Bandgeschichte hat diese Truppe auf der Uhr - das kann man sehen, hören und fühlen.
Cowboy-Style ...
"Immerfürimmer" swingt sein Thema Erwachsenwerden locker weg und bei "Kopf hoch und Arsch in den Sattel" wünscht sich Nicholas sogar einen Square Dance vom Publikum. Bekommt er zwar nicht, wohl aber wenig später minutenlange Backround-Chöre, die die Fans von 30 Seconds To Mars auch nicht euphorischer hinkriegen würden.
Man müsste Jupiter Jones wohl als "bodenständig" bezeichnen, wenn das Wort nicht so hässlich wäre und Nicholas' Texte nicht so besonders. Eine Botschaft aber kommt an diesem Abend unverschlüsselt und ganz ohne Metaphern aus: "Es ist schön hier in Halle. Wir kommen wieder!"




































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