Die SPUTNIKER am Nachmittag
Gamecheck: Slender (PC)
06.08.2012
Kurzfazit für eilige Leser
Slender beweist, dass Horror am besten ganz ohne Blut funktioniert. Der spielerische Wahnsinn für ganz hartgesottene Zocker.
Darum gehts
“Slender“ - das bedeutet eigentlich schlank. Dieses Game heißt aber nun nicht so, weil man am Ende einige Kilo verloren haben wird - allein durch den Angstschweiß. Sondern weil uns der unheimliche “Slender Man“ (das ist der, der in deutschen Kinderreimen “Schwarzer Mann“ heißt) immer näher kommt. Womit die Story auch schon fast erzählt ist: Wir sind allein Wald, nur mit einer Taschenlampe ausgerüstet und sollen acht Manuskriptseiten finden.
Angespielt
Es gibt weder eine Anleitung noch eine groß erklärte Story: Wir tasten uns erst durch den Wald, stoßen auf ein altes Auto, eine Hütte, später auf Gebäude und suchen die acht ominösen Seiten. Jeder Fund versetzt uns mehr in Panik und wir wissen: Wir sind nicht allein. Erst ist es eine Ahnung, dann Gewissheit. Und je öfter wir ihn - den Slender Man - sehen, desto näher kommt er. Hier wird nicht gekämpft, auch nicht kombiniert, sondern nur auf den Nerven Klavier gespielt.
Plus/Minus
Slender spielt grandios mit den Urängsten des Menschen. Absolute Dunkelheit, nur der zuckende Schein der Taschenlampe, Schatten (oder war es Einbildung), schwankende Kamerabilder, dann plötzlich Flimmern, für einen Bruchteil der Sekunde taucht ER auf, dann wieder völlige Finsternis, weil wir Batterien sparen müssen. Es ist einfach grandios, wie das Spiel mit ganz kleinen Mitteln erwachsene Menschen in zitternde Wracks verwandelt.
Technik
Für einen Indie-Titel ist die Optik durchaus ansehnlich (Stichwort: Unity Engine). Grau- und Schwarz sind vorherrschenden “Farben“, es wird viel mit Licht, Schatten und Sekundenbildern gespielt. Einen ganz wichtigen Anteil an der Horrorstimmung hat der Sound. Die bedrohliche Klangkulisse allein würde schon genügen, den Spieler in den Wahnsinn zu treiben. Musik oder Sprache gibt es nicht - nur Schritte, Geräusche und undefinierbare Sounds von dumpf grollend bis hässlich quietschend.
Fazit
Macht das Licht aus, lasst die Jalousien herunter, setzt einen Kopfhörer auf und konzentriert Euch ganz auf Slender - und Ihr werdet eine Achterbahnfahrt der Gefühle erleben, wie es euch kaum ein anderes Spiel bisher beschert hat. Slender ist kurz und eigentlich simpel, zerrt aber schon nach wenigen Minuten so dermaßen an den Nerven, dass Ihr einerseits das Ende herbeisehnt, andererseits aber auch nicht aufhören könnt. Das ist der Wahnsinn in Byte-Form. Und den gibt’s sogar kostenlos.
Bewertung
| Grafik | Sehr einfach, aber sehr atmosphärisch - 3 SPUTNIKS |
| Sound | Düster und böse: Genial - 5 SPUTNIKS |
| Steuerung | Nur gehen und rennen, das reicht - 4 SPUTNIKS |
| Umfang | Kurz. Aber länger würde niemand ertragen - 4 SPUTNIKS |
| Multiplayer | nur solo |
| Spieldesign | Der Wahnsinn pur - 5 SPUTNIKS |
| Preis/Leistung | Umsonst! Kostenlos! Für lau!- 5 SPUTNIKS |
Gesamtwertung Spielspaß: 4,5 SPUTNIKs
Info
| Game | Slender |
| Genre | Horror |
| Entwickler / Publisher | Parsec Productions |
| System | PC |
| Preis | kostenlos |
| Spieler | 1 |
| Schwierigkeitsgrad | leicht |
| Sprache | keine |
| USK | k.A. |
| Release | Juli 2012 |






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