Die SPUTNIKER am Nachmittag
Gamecheck: The Walking Dead Episode 2: Starved for Help (PC, Xbox 360, PS3)
15.07.2012
Kurzfazit für eilige Leser
Spielerisch und von der Story her noch besser als der erste Teil; nur technisch hier und da jetzt mit kleineren Mängeln.
Darum gehts
Die Serie von Telltale Games ist auf fünf Teile angelegt, die im Paket gekauft werden und dann jeweils alle zwei Monate erscheinen. Dabei wird nicht die TV-Serie nachgespielt, sondern ein eigener Handlungsstrang entwickelt. Teil 2 spielt drei Monate nach den Geschehnissen der Startfolge. Hauptfigur ist weiterhin der entflohene Sträfling Lee, der mit der kleinen Clementine auf der Flucht vor den Zombies ist. Zusammen mit einigen anderen haben sie einen vermeintlich sicheren Unterschlupf gefunden - doch in der Gruppe brodelt es, die Nerven liegen blank. Und die Zombies geben keine Ruhe, dazu wird das Essen knapp.
Angespielt
Wie schon in Teil 1 gilt: “Walking Dead“ ist kein Survival Horror wie etwa “Silent Hill“ oder “Resident Evil“, sondern eher ein interaktiver Comic/Film, der von der Machart mehr an das PS3-Game “Heavy Rain“ erinnert. Die jetzt noch heftigere Splatteraction (nach sieben Minuten wird ein Bein mit einer Axt amputiert - autsch!) kommt inzwischen häufiger zum Einsatz und durch Quicktime-Events bewältigt; die Rätsel sind noch immer eher spärlich gesät. Der Schwerpunkt liegt weiterhin stark auf Dialogen, zwischenmenschlichen Beziehungen und den feinen Charakterzeichnungen.
Plus/Minus
Rätselfreunde kommen definitiv zu kurz, ein waschechtes Adventure sollte man hier nicht erwarten. Die großartige, feingewebte Story entschädigt aber; auch, weil unsere Entscheidungen den weiteren Handlungsverlauf (und unsere Beziehung zu den anderen Figuren) immer wieder beeinflussen - das wirkt alles enorm lebendig und echt. Zudem geht kein Handlungsfaden aus dem ersten Teil verloren.
Technik
Grafisch geht’s beim Game in Richtung Comic - allerdings dann in Farbe und nicht in schwarzweiß. Ein Anspruch auf übermäßigen Realismus wird nicht erhoben, aber trotzdem ist das insgesamt schön stimmungsvoll; besonders die Mimik der Figuren kann da restlos überzeugen. Allerdings wird inzwischen doch recht häufig nachgeladen, das stört etwas den Spielfluss. Die Besetzung der (englischen) Dialogstimmen ist durchweg gut, die Untertitel sind bemüht, da mitzuhalten - was aber nicht immer gelingt.
Fazit
Die Fortsetzung ist noch einen Tacken besser als Teil eins - vor allem, weil sie nicht erst Spannung aufbauen muss, sondern gleich volles Rohr loslegen kann. Dafür verdichtet sich das Geschehen dann immer weiter: Immer mehr Probleme untereinander in der Gruppe, mehr Konflikte, mehr Entscheidungen, mehr Verantwortung - und auch mehr Zombies. Bleibt abzuwarten, wie Telltale dieses hohe Tempo bis zum Ende durchhalten will. Bis jetzt aber ist das ein grandioses, extrem spannendes Abenteuer, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.
Bewertung
| Grafik | Schöner Comicstil, lästiges Nachladen - 4 SPUTNIKS |
| Sound | Erstklassige Dialoge, Untertitel schwächeln ab und zu - 5 SPUTNIKS |
| Steuerung | Einfach, Action per Quicktime - 4 SPUTNIKS |
| Umfang | 5 Episoden a 3-4 Stunden - 5 SPUTNIKS |
| Multiplayer | nur solo |
| Spieldesign | Noch spannender als der Vorgänger - 5 SPUTNIKS |
| Preis/Leistung | Sehr gut - 5 SPUTNIKS |
Gesamtwertung Spielspaß: 4,5 SPUTNIKs
Info
| Game | The Walking Dead |
| Genre | Action-Adventure / Interactive Comic |
| Entwickler / Publisher | Telltale |
| System | PC, PS3, Xbox (download) |
| Preis | ca. 20 Euro |
| Spieler | 1 |
| Schwierigkeitsgrad | leicht |
| Sprache | englisch |
| USK | ab 18 |
| Release | 29.06.12 |






Artikel verbreiten:
oder
via Mail empfehlen