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Comic-Geschichten aus dem Land der Frühaufsteher
17.07.2012
Asterix und Obelix, Tim und Struppi, Spider-Man, der unglaubliche Hulk, die X-Men… Lange bevor die Abenteuer dieser Superhelden auf die Kinoleinwand kamen, gab es ihre Geschichten in zahlreichen Comicbänden zu lesen. Die Hauptfiguren in den Comics der Berliner Künstlerin Paula Bulling sind keine Helden – es sind Flüchtlinge, die mit der Hoffnung auf Asyl nach Sachsen-Anhalt kamen.
Keine Abenteuer, sondern traurige reale Geschichten
Die Geschichten der Menschen in Paulas Comics sind echt, sie sind autobiografisch. Paula Bulling lernte die Flüchtlinge persönlich kennen, als sie selbst für mehrere Jahre in Sachsen-Anhalt lebte und dabei oft ihren Freund Farid im Asylbewerberheim Möhlau besuchte. Paula bekam zu spüren, wie es sich anfühlen muss, in ein fremdes Land zu kommen, in eine neue Umgebung mit neuen Lebensumständen, in denen Flüchtlingen eine ordentliche Portion Skepsis entgegenschlägt.
Willkommen in der trostlosen neuen Welt
Und für Asylbewerber gelten in Deutschland strenge Regeln. Nur die wenigsten dürfen arbeiten gehen, die Unterkünfte, in denen die Menschen auf engstem Raum leben müssen, dürfen nur innerhalb eines bestimmten Umkreises verlassen werden, was Integration und soziale Kontakte von vornherein ausschließt. Um ihre eigenen Erfahrungen und die Erlebnisse der Flüchtlinge verarbeiten zu können, beginnt Paula zu zeichnen.
Endstation Flüchtlingsheim?
Sie hält die trostlose Stimmung in schwarz-weißen Bildern fest, malt die verfallenen Plattenbauten, die als Flüchtlingsheime dienen, die karge Einrichtung der Zimmer und die scheinbar ausweglose Dauerhaftigkeit dieser Tristesse. Die Idee, mit ihren Skizzen einen Schritt weiter zu gehen und daraus einen Comic zu machen, der die Lebensumstände der Flüchtlinge bildhaft macht, kam ihr erst später.
Comics als Plattform für ernste Themen
Zugegeben, "Im Land der Frühaufsteher“ ist kein normaler Comic und seine Geschichten lassen sich nicht leicht verdauen, aber Paula scheut es nicht, ein ernstes und kontroverses Thema in einem Comic zu verpacken. Sie sieht darin vielmehr die Chance, auf die Lebensumstände von Flüchtlingen aufmerksam zu machen.
"Im Land der Frühaufsteher" ist im Avant Verlag erschienen, spiegelt die Lebensumstände von Flüchtlingen auf 120 Seiten wieder und kostet 17,95 Euro.











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