SPUTNIK Dein Tag
Verbeugung vorm Gallier: Schweinevogelix
28.10.2009
In der Straßenbahn hat der Leipziger Comiczeichner Schwarwel die besten Ideen, denn da ist er ganz alleine für sich und kann seine Gedanken und Entwürfe in ein kleines schwarzes Notizbuch kritzeln. Darin befindet sich auch die grobe Skizze für den Schweinevogelix, eine Mischung aus Schwarwels eigener Comicfigur Schweinevogel und dem kleinen Gallier Asterix von René Goscinny und Albert Uderzo.
Im Osten heiße Ware
Seit er mit sieben oder acht Jahren seinen ersten Asterixband in der Hand hielt, ist er Fan von den Geschichten aus dem kleinen gallischen Dorf. Er wollte alle Bände lesen und auftreiben - was in der DDR gar nicht so einfach war. Aber seine Cousins aus dem Westen haben ihm die Comics immer wieder mal mitgebracht. "Nur meine Oma hat sich geweigert. Die hat mir zwar Bücher mitgebracht, aber keine Comics. Das war ihr wohl zu heiß“, sagt Schwarwel und lacht.
Fotostrecke: Schweinevogel und mehr von Schwarwel
Leicht ist nicht leicht
Der Zeichner und Art Director, der unter anderem mit Die Ärzte zusammen arbeitet, ist begeistert von der logisch und sinnvoll aufgebauten Welt, in der die Asterix-Geschichten spielen. Und der französische Asterix-Zeichner Uderzo ist sowieso eines seiner großen Vorbilder. "Der hat einen guten Strich, das hat mich schon beeinflußt. Ich wollte das auch, dass das so fluffig, so hingeschmissen aussieht. Inzwischen weiß ich allerdings, wie viel Arbeit das ist, dass das so lässig aussieht."
Der Schweinevogel huldigt dem großen Original
Lässig und locker sieht es wirklich aus, wenn Schwarwel in seinem liebevoll-chaotischen Büro in der Karl-Liebknecht-Straße zeichnet. Die Skizze aus seinem Notizbüchlein dient als ungefähre Vorlage für den Schweinevogelix, den er auf einem weißen Blatt Papier mit Bleistift vorzeichnet: Eine Schweinekörper mit Ringelschwänzchen, Vogelfüße und ein gallischer Flügelhelm.
Anschließend legt Schwarwel ein zweites Blatt auf die Vorzeichnung, knipst das Licht an seinem Lichttisch an, so dass die Vorzeichnung durch das Papier schimmert. Mit einem schwarzen Pinselstift macht er dann die Originalzeichnung fertig. Das dauert insgesamt vielleicht gerade mal eine Viertelstunde inklusive leichter Schönheitskorrekturen. Aber mit dem Schweinevogel hat Schwarwel ja schon lange geübt. Er zeichnet ihn schon seit 1987.














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