SPUTNIK Tagesupdate
Jüngster Unternehmer Deutschlands ein Hochstapler?
13.10.2011
Als wir Christoph C. im Februar dieses Jahres trafen, gab er vor, ein cleverer Jungunternehmer mit dem richtigen Händchen fürs Geschäft zu sein. Klar, auch wir waren stolz auf ihn. Während andere in seinem Alter vielleicht zum ersten Mal so richtig verliebt sind oder die erste große Reise ins Ausland machen, stellte sich Christoph so vor: "Ich bin 15 und leite ein Unternehmen mit zehn Angestellten."
Nun soll die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den mittlerweile 16-jährigen aufgenommen haben. Mehrere Zeitungen schreiben, es gehe u.a. um Urkundenfälschung und Veruntreuung von Geldern. Zudem soll er Kunden einfach erfunden haben. Christoph hat alle an der Nase herumgeführt. Der Zerbster geht in die 11. Klasse - und gilt als versetzungsgefährdet.
Medienberater für Wirtschaft, Vereine, Politik
Mit 13 Jahren gilt man nach deutschem Recht noch nicht als geschäftsfähig, da machte sich Christoph C. nach eigenen Angaben schon selbstständig. Zusammen mit seinem 19-jährigen Partner Christoph H. leitete er Plusmedien, das Medieninstitut Anhalts in der Zerbster Altstadt, und beriet Kunden aus Anhalt und Bitterfeld im Bereich Marketing.
Diese Referenzen sind nun mit Vorsicht zu genießen. Nach eigenen Aussagen soll das Unternehmen auch für BMW gearbeitet haben. Eine Nachfrage bei der Presseabteilung von BMW ergab: das Unternehmen pflegte keine Geschäftsbeziehung zu Christoph C..
Lob und Limousine?
Für seine Arbeit sollte Christoph C. am 26. Februar dieses Jahres in Magdeburg als jüngester Unternehmer Deutschlands geehrt werden. Der frühere Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle persönlich sollte ihm diese Auszeichnung überreichen, hieß es in einer offiziellen Pressemitteilung von Christoph C.. Die damalige Sprecherin von Brüderle dementiert: eine Preisverleihung mit Brüderle habe es nie gegeben. Auch der damalige Ministerpräsident Wolfgang Böhmer war nicht zugegen, wie behauptet wurde.
Es stellt sich nun die Frage, was es wirklich gegeben hat. Vielleicht die Limousine, mit der sich der Schüler zu Geschäftsterminen fahren ließ. Die Ermittlungen laufen, die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau und die Stadt Zerbst halten sich zum Schutz der Persönlichkeit des Jugendlichen bedeckt.
Das SPUTNIK Tagesupdate hat in der Angelegenheit mit Christoph C. nachgefragt - nachzuhören über die Linkliste in diesem Beitrag.






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