SPUTNIK Update
Obama mit Friedensnobelpreis ausgezeichnet
10.12.2009
Barack Obama hat heute den Friedensnobelpreis in Oslo erhalten. Er hat den Preis mit "tiefer Dankbarkeit und Demut" entgegen genommen.
Kritik aus den USA
Für Amerikas Friedensbewegung ist Obamas Ehrung in Oslo hingegen bittere Ironie. Viele Mitglieder der amerikanischen Friedensbewegung bewerten die Verleihung des Friedensnobelpreises an den US-Präsidenten sehr kritisch. Nicht zuletzt, weil er erst in der vergangenen Woche angekündigt hatte, bis kommenden Sommer weitere 30.000 Soldaten nach Afghanistan zu schicken.
Uli Jäger ist Geschäftsführer des Instituts für Friedenspädagogik in Tübingen. Die Einrichtung organisiert Friedensworkshops. Seit 30 Jahren ist sie Partner für Nichtregierungsorganisationen, Einrichtungen der Lehrerfortbildung und Ministerien. Jäger stellt sich die Frage: "Kann ein Präsident, der sich in diesen militärischen Dingen befindet, einen Friedensnobelpreis bekommen, der eigentlich anderen Menschen zugeschrieben werden sollte?“
Vision von einer Welt ohne Atomwaffen
Er hält Obama jedoch zu Gute, dass er "während des Wahlkampfes und auch danach Menschen dazu angeregt hat, über den Weltfrieden nachzudenken.“ Zudem habe er eine ganze Reihe von wichtigen Initiativen ergriffen, beispielsweise auch, wie man eine Welt ohne Atomwaffen schaffen könne. Auf der anderen Seite ist Jäger der Meinung, dass Obama "dem Sachzwang verhaftet ist und der militärischen Logik.“ Und das sei ein großer Irrtum.
Weiterbildung für den Präsidenten?
Würde Barack Obama, rein hypothetisch, an seinem Institut einen Kurs belegen, dann würde der Geschäftsführer ihm den Kurs "Peace Counts“ empfehlen. Darin würden Teilnehmer lernen, welche unterschiedlichen Vorstellungen von Frieden es gibt und wie man von Menschen lernen kann, die sich in ganz schwierigen Kriegssituationen für den Frieden engagieren. "Da glaube ich, könnte auch der Präsident sehr vieles lernen“, ist Jäger überzeugt.



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