Die SPUTNIKer am Morgen
DVD-Tipp: TRUE GRIT
24.06.2011
Rache und Vergeltung, das sind die Motive für den Western. Daran ändern die Coen-Brüder auch im Jahr 2011 nichts. Rache und Vergeltung sucht bei "True Grit“ die 14-jährige Mattie Ross (Neuentdeckung Hailee Steinfeld). Ihr Vater wurde kaltblütig ermordet, zuhause wartet die Mutter mit den Geschwistern.
Der Marshall soll's richten
Weil aber die örtlichen Behörden in der rauen Westernstadt so gar kein Interesse an der Aufklärung des Verbrechens zeigen, muss Mattie auf eigene Faust los und engagiert den versoffenen und raubeinigen U.S. Marshall Rooster Cogburn, der mit Schimpfwörtern genauso gut umzugehen weiß wie mit der Whiskeyflasche und seinem Colt und das Gesetz nur beachtet, wenn es ihm selbst in den Kram passt.
Die ungleiche Gruppe macht sich auf die Jagt
Das ungleiche Duo mit der toughen Mattie und dem griesgrämigen und verkaterten Cogburn bleibt nicht lange allein. Der Texas Ranger LaBoeuf (großartig verschlossen und schmuztig: Matt Damon) will auch etwas vom Kuchen abhaben und ist auf die Kopfprämie aus, die auf den Mörder Chaney ausgesetzt ist. In den gesetzlosen Weiten der Prärie kommen sie ihrem Ziel auf dem Rücken ihrer Pferde immer näher.
Wiederholte Romanverfilmung
"True Grit“, was im deutschen übrigens soviel heißt wie "echter Schneid“ und die Charaktereigenschaft von Mattie wohl perfekt auf den Punkt bringt, gab es schon 1969. Da hieß der Film noch "Der Marshall“ und war mit Westernlegende John Wayne. Die Coen-Brüder allerdings haben nicht den Film einfach nachgedreht, sondern wollten eigentlich nur die Vorlage für den Film, das Buch "Die mutige Mattie“ von Charles Portis verfilmen. Weil der aber so akkurat und genau beschrieben hat, unterscheiden sich die beiden Filme nur marginal voneinander. Macht aber nichts.
Großartiger Western von heute
Wer einen romantischen Showdown mit dem Verschwinden des Helden auf dem Pferd im Sonnenuntergang sucht, der sucht hier vergeblich. Nach "No Country For Old Men“, so etwas wie einem postmodernen Neowestern, drehen die Coens hier die Zeit zurück und zeigen den rauen, schmutzigen und männerdominierten wilden Westen.
In den ersten fünf Minuten baumeln schon die ersten zwielichtigen Gestalten am Galgen, selbst die englische Version von "True Grit“ ist untertitelt. Jeff Bridges hat im Interview gestanden, dass er sich selbst nicht versteht, so einen Südstaatenslang murmelt er in sich hinein. "True Grit“ ist der perfekte Film für raue Kerle und alle, die es werden wollen. Sattelt die Pferde und reitet ins Kino!






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