mySPUTNIK
Ein ganz normaler Katastrophen-Tag
04.06.2011
Es ist ein riesiges Werbe-Projekt und ein filmisches Experiment: Der Film "Das Leben in einem Tag" besteht ausschließlich aus Youtube-Filmen, die allesamt am 24. Juli 2010 hochgeladen worden sind. Die einzelnen Szenen stammen aus der ganzen Welt, 81.000 private Filmemacher haben ihr Material beigetragen. Dieses Film-Experiment feierte am 28. Januar um 19 Uhr seine Deutschlandpremiere. Online natürlich. Jetzt kommt er regulär in die Kinos.
Ridley Scott und 5000 Minuten Youtube
Ridley Scott hatte seine Finger im Spiel. Wenn der Regisseur von "Gladiator", "Alien" oder "Hannibal" einen Filmstoff anpackt, dann kann man eigentlich davon ausgehen, dass das Ergebnis alles andere als belanglos ist. So gesehen dürfte der Youtube-Film eine von Scotts größten Herausforderungen gewesen sein: Aus zehntausenden Filmschnipselchen voller Belanglosigkeiten und Amateur-Aufnahmen mussten er und Regisseur Kevin MacDonald ("The Last King of Scotland") einen interessanten 90-Minuten-Film schneiden.
Das Loveparade-Unglück im Film
Für Deutschland hat der Film überraschend traurige Relevanz bekommen. Der Drehtag - der 24. Juli 2010 wurde bereits einige Wochen zuvor ausgewählt - fällt auf den Tag des Unglücks auf der Loveparade in Duisburg. Einige Szenen von der vom Menschen gemachen Katastrophe sind auch in "Das Leben in einem Tag" zu sehen.
Alltag vom 24. Juli
Ansonsten gibt es viel exotischen Alltag zu sehen: ein junger Schuhputzer aus Peru, ein russischer Extremsportler, eine Amerikanerin, die mit Krebs kämpft, Fallschirmspringer, Ziegenhirten, Akrobaten. Alles, was das Leben zu bieten hat.
Mehr Infos zu dem Youtube-Film bekommt ihr bei Michme ab 14 Uhr in mySPUTNIK und im SPUTNIK Tagesupdate ab 18 Uhr bei Moderator Camillo Schumann.
Den Film "Das Leben in einem Tag" könnt ihr auch auf der Berlinale vom 10. bis 20. Februar sehen. Ein genauer Termin steht noch nicht fest.






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