mySPUTNIK
Gamescom 2011 – Tag 1
18.08.2011
Vier Kamele und ein Spiel
Tag 1 begann mit einem kuriosen Paukenschlag: Eine Karawane aus vier Kamelen zog durch Köln und dann auf das Messegelände der Gamescom. Die hatten aber nichts mit den Heiligen Drei Königen zu tun, wie nicht wenige Passanten vermuteten (da deren Reliquien im Kölner Dom aufbewahrt werden), sondern Sonys Spiel “Uncharted 3: Drakes Deception“ im Gepäck. Womit Sony wohl schon gleich zu Beginn den Preis für die ausgefallenste Werbeaktion sicher haben dürfte.
Fotostrecke: Tag 1 auf der Gamescom 2011
Ruhe? Nicht wirklich.
Obwohl der erste Tag nur dem Fachpublikum – sprich: Presse und Handel – vorbehalten war, herrschte an einigen Ständen in den Publikumshallen schon reges Gedränge. Vor allem bei den heimlichen Stars der GC 2011 wie “Battlefield 3“, “Diablo 3“ oder „Call of Duty: Modern Warfare 3“ aber auch bei “Legend of Zelda: Skyward Sword“ bildeten sich vor den Präsentationskinos schon recht ansehnliche Schlangen. Wartenzeiten bis zu einer Stunde waren da durchaus drin. Das ist dann aber nichts im Vergleich zu dem, was die Besucher von Donnerstag an erwarten wird: So entdeckten wir an einigen Ständen (noch eingemottete) Schilder, auf denen stand “Wartezeit ab hier: Noch drei Stunden“. Wohl dem, der dann einen Klapphocker und ausreichend Nahrung dabei hat.
Die Stars der Hallen
Damit Ihr nicht ganz ziellos über das Gelände irrt, hier mal unser Hallencheck; der sagt euch, wo es die interessantesten Sachen zu sehen gibt. Besonders gut besetzt ist die Halle 6: Da drängeln sich unter anderem Electronic Arts, THQ, Activision Blizzard, Take Two und Bethesda – kalkuliert da schon mal längere Wartezeiten ein, auch wenn gerade EA und Activision jede Menge Anspielstationen bereit halten. In Halle 7 solltet Ihr unbedingt mal bei Konami (mit dem neuen Pro Evo) und Ubisoft (Anno 2070, Assassins Creed: Revelation) vorbei schauen und natürlich auch Sony besuchen: Die haben nämlich mit der Vita die einzige neue Konsole zum Antesten da. Stars in Halle 8 sind Nintendo, Microsoft und Sega - der Rest gehört da eher den kleinen, unbekannteren Companies und dem Bereich Bildung – Jugendschutz – Pädagogik. Halle 9 schließlich wird von der eSports-Abteilung dominiert, auch Frogster und NC Soft sind hier beheimatet.
Eindrücke vom ersten Tag
Natürlich haben wir im Business-Center auch jede Menge Entwickler-Präsentationen “behind closed doors“ besucht, um uns die Spiele von den Machern selber mal zeigen zu lassen. Besonders skurril ist das Actiongame “Never Dead“ von Konami, bei dem der untote Held schon mal ein paar Gliedmaßen und selbst den Kopf verlieren kann, aber trotzdem noch durchaus beweglich ist – schon ulkig, allein mit einem hüpfenden Kopf die Gegner zu attackieren. Das neue “Pro Ev“o zeigte sich spielbarer als sein Vorgänger, doch reichten 20 Minuten Zocken nicht aus, um große nennenswerte Unterschiede zu entdecken. “Saints Row 3“ gab sich gewohnt rabiat (es gibt im Spiel sogar eine Aufgabe, sich möglichst oft auf einer Kreuzung von Autos anfahren zu lassen), Segas neuen Sonic gibt’s auch in 3D und ist fast schon zu schnell, der Shooter “Defiance“ will Spiel und Fernsehserie interagieren lassen (was recht interessant klang, aber noch in einer frühen Alphaphase ist) und das neue alte “Halo Combat Evolved Anniversary“ sah mit der neuen Grafik richtig schick aus
Und dann war da noch…
…Hank Keirsey, seines Zeichens ehemaliger Ausbilder bei den U.S.Navy Seal (was man ihm auch irgendwie anmerkte) und jetzt militärischer Berater für Activision für die Shooter-Serie “Call of Duty“ – in der kein Schuss fällt und sich kein Soldat bewegt, ohne dass Hank nicht beurteilt, ob das realistisch genug ist. Mit ihm führten wir ein längeres, interessantes Gespräch über die Gefahr, dass Shooter gewalttätig machen (“Das ist doch schon lange widerlegt, dass das nicht stimmt, oder?“), dass behauptet wird, dass gute Zocker schlechte Soldaten abgeben (“Ich kenne genug Soldaten, die erstklassige Zocker sind“) und über den Realismus von “Call of Duty“ (“Am Ende sitzt man doch auf der warmen Couch, ohne Sand in de Ohren und ohne Schmerzen zu erleiden“). Die Liegestütz in der Handstandposition, die er am Ende von uns verlangte, um unsere Fitness zu testen, haben wir dann aber dankend abgelehnt.
Offizielle Website





































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