Die Antibabypille gehört zum Alltag vieler Frauen. Nun beunruhigen Todesfälle ihre Konsumenten.

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Die Pille: Gefährliches Verhütungsmittel?

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Die Pille: Gefährliches Verhütungsmittel?


Es begann mit der 16-jährigen Schweizerin Céline: Zehn Monate lang nahm sie die Antibabypille, dann kam der gesundheitliche Zusammenbruch: Lungenembolie. Das war vor zwei Jahren. Heute ist sie schwer behindert und muss künstlich ernährt werden. Die Ursache war schnell gefunden: die Pille. Genauer: Yasmin von Bayer.

Sieben Tote seit 2001
In den vergangenen Jahren, seit 2001, sind sieben Frauen gestorben, die Pillen aus der Yasmin-Reihe genommen hatten. Einige von ihnen erlitten wie Céline erst eine Thrombose, woraus sich dann eine Lungenembolie entwickelte – eine sehr seltene Nebenwirkung von Antibabypillen. Statistisch gesehen erkranken fünf von 10.000 Frauen, die die Pille nehmen.

Die Packungsbeilage weist darauf hin. Zwar lässt sich kein direkter Zusammenhang zwischen Einnahme der Pille und Erkrankung nachweisen, doch die Statistik sagt: Das Risiko steigt.

Krankheits-Risiko ist kein reines Yasmin-Problem
Das Thrombose-Problem hat nicht Bayer alleine, auch die Produkte anderer Unternehmen können es verursachen. Es gibt zwischen Yasmin und anderen Pillen mit demselben Wirkstoff im Prinzip keinen Unterschied, haben Schweizer Forscher festgestellt. Thrombose können alle Pillen auslösen.

Thrombose kann zur Lungenembolie führen
Bei einer Thrombose bilden sich Gerinnsel in den Blutgefäßen. Ist die Lunge betroffen, kann die Thrombose zu einer Lungenembolie führen. Blutiger Husten, erhöhter Herzschlag, Schmerzen und Atemnot sind die Folge, Lebensgefahr droht.

Wirkstoffe entscheiden über das Thrombose-Risiko
Das die Pille das Thromboserisiko erhöht, ist seit den 60er Jahren bekannt. Schuld sind das enthaltene Östrogen und die Gestagen-Wirkstoffe. Je mehr davon in der Pille steckt, desto höher ist das Thromboserisiko. Darum reduzieren die Pharma-Konzerne die Östrogen-Menge – der Anteil und Art des Gestagens variiert in den verschiedenen Antibabypillen auf dem Markt, ebenso variiert das Risiko an Thrombose zu erkranken.

Studien ergeben unterschiedliche Ergebnisse
Seit etwa 1990 und 2000 sind die Pillen der dritten und vierten Generation erhältlich. Diese zeigten in Studien ein erhöhtes Thromboserisiko. "Die dritte Generation beinhaltet den Wirkstoff Desogestrel, die vierte Drospirenon und beide Stoffe bringen ein viel höheres Risiko für Thrombose gegenüber der älteren, zweiten Generation", sagte Professor Frits Rosendaal von der Uni Leiden in den Niederlanden dem ZDF-Magazin Wiso.

Nebenwirkungen gibt es immer
Andere Faktoren erhöhen die Thrombose-Gefahr weiter: Raucherinnen und Frauen über 30 sollten sich von ihrem Arzt beraten lassen, auch Übergewicht kann ein Faktor sein. Auch sollten Pillen nicht leichtfertig genommen werden, um, wie viele Pharma-Konzerne werben, reinere Haut zu bekommen oder die Menstruation zu unterdrücken. Denn Medikamente ohne Nebenwirkungen gibt es nicht.

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