SPUTNIK Update
Existenzgründung leicht gemacht
28.10.2007
Jeden Tag blickt ihr auf den neuen Coffee-Shop direkt gegenüber dem Seminargebäude. Eine gute Idee, geniale Umsetzung und ein verdammt junger Inhaber. "Selbstständig sein - das ist ein Traum“, denkt ihr. Eine Idee gibt es schon. Das passende Knowhow jedoch nicht. Wer hilft Existenzgründern weiter, ohne die Idee zu klauen? Woher bekommt ihr finanzielle Unterstützung?
Erste Schritte
Eine gute Beratung ist das A und O. Ihr bekommt sie kostenfrei bei Existenzgründernetzwerken wie "Univations" in Sachsen-Anhalt oder im Gründerzentrum der IHK in Thüringen. Dort gibt es Experten, die neue Geschäftsideen auf Herz und Nieren prüfen. Sie erarbeiten mit euch Businesspläne, stellen wichtige Kontakte her und begleiten Unternehmensgründer bis zum Bankgespräch. Und die Hilfe endet nach der Gründung nicht. Drei Jahre lang stehen euch die Experten zur Verfügung. Selbst Leute, denen die richtige Idee für eine eigene Firma noch fehlt, können Kontakt zu einem Gründernetzwerk aufnehmen, um sich von anderen inspirieren zu lassen oder irgendwo mit einzusteigen.
Überlegungen zur Gründungsart
Es gibt viele Wege zur eigenen Firma. Man kann ein Unternehmen neu gründen, dies allein oder im Team tun. Man kann sich an bestehenden Unternehmen beteiligen oder sich für ein Franchise-Angebot entscheiden. Als Franchise-Nehmer übernimmt man die Geschäftsidee eines Franchise-Gebers und bewegt sich in dessen Rahmen. Der Vorteil: Die Zentrale stellt Werbemittel, aquiriert Kunden und steht bei Problemen als Ansprechpartner zur Verfügung. Nachteil: Der Unternehmen ist an die Regeln des Franchise-Gebers gebunden.
Geldbeschaffung - wie funktioniert dies?
EIn ordentliches Finanzpolster scheint für viele Existenzgründer das Wichtigste zu sein. Ist es aber nicht. Denn es gibt jede Menge Fördermöglichkeiten durch das Land, den Bund oder die EU. Informationen zu den Förderprogrammen bekommt ihr bei eurer Hausbank. Wenn es mit dem Bankkredit nicht klappt, helfen private Geldgeber, etwa so genannte Business-Angels. Das sind Firmen, die jungen Existenzgründen zinsfreie Kredite zur Verfügung stellen. Im Gegenzug werden sie am Unternehmen beteiligt. Kontakte zu solchen Geldgebern können die Existenzgründernetzwerke herstellen. Auch auf Bundesebene findet ihr Hilfe. Das Wirtschaftsministerium bietet Förderprogramme für Junggründer (EXIST), Stipendien, Mikrodarlehen und Zuschüsse an.
Förderung durch das Arbeitsamt
Arbeitslose, die sich selbstständig machen wollen, können bei der Arbeitsagentur einen Gründerzuschuss beantragen. Dieser ist in den ersten neun Monaten so hoch wie das zuletzt gezahlte Arbeitslosengeld plus 300 Euro für die soziale Absicherung. Danach kann der Existenzgründer noch einmal für sechs Monate zusätzlich 300 Euro zur Sicherung der Sozialleistungen beantragen.
Verschiedene Branchen, verschiedene Startbedingungen
Vor dem Start ist die Entscheidung für eine bestimmte Branche wichtig. Jede hat ihre eigenen Startvoraussetzungen. Für eine handwerkliche Tätigkeit braucht man meist einen Meisterbrief und Genehmigungen vom Umweltamt. Für ein Unternehmen im Onlinebusiness sind Conputerkenntnisse nötig. Wenn ihr im gastronomischen Bereich arbeiten wollt, ist ein Gesundheitszeugnis sehr wichtig. Wer Büroräume braucht, muss die laufenden Kosten berücksichtigen. Auch Personalkosten fallen je nach Branche und Mitarbeiterzahl unterschiedlich aus. Miete und Lohn müssen jeden Monat gezahlt werden, auch wenn das Unternehmen einmal nicht so gut dasteht. Die Existenzgründernetzwerke helfen euch beim Einholen aller Genehmigungen.
Kostenlose Gründer-Software
Wer sich den Gang zum Experten sparen will, kann sein Gründungsvorhaben auch bequem von der Couch aus planen. Dazu finden sich im Internet zahlreiche kostenlose Softwarepakete (zum Beispiel das BMWi). Sie enthalten Checklisten, Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Erstellen eines Businessplanes und Arbeitsblätter. Als Informationsmittel nicht schlecht, doch nicht auf die individuellen Bedürfnisse jedes Gründers zugeschnitten - also mit einer persönlichen Beratung nicht zu vergleichen.
Betriebswirtschaft und Marketing - die Theorie
Wirtschaftswissenschaftliches Hintergrundwissen ist immer von Vorteil. Doch auch wenn ihr nicht BWL studiert habt, könnt ihr starten. Existenzgründernetzwerke führen euch mit Experten auf diesem Gebiet kostenlos zusammen.







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