SPUTNIK Update
Geh nicht hin – sind eh alle korrupt!
Seit Wochen kursiert im Netz ein Video, in dem Promis potentielle Wähler dazu aufrufen, zur Bundestagswahl am 27. September lieber auf der Couch sitzen zu bleiben als ein Kreuzchen auf den Wahlzetteln zu machen.
"Alles nur kappes"
Unter anderem ist Regisseur Detlef Buck im Einminüter davon überzeugt, dass Wahlaufrufe sowieso nichts bringen. Dennis Lisk stellt fest, dass es Politern nur um den eigenen Machterhalt geht und für Claude Oliver Rudolf ist Politik sowieso nur „kappes“. Tagesschau Chefsprecher Jan Hofer setzt dem ganzen das Sahnehäubchen auf, wenn er vor laufender Kamera sagt, dass auch er nicht wählen gehen würde, auch wenn ihm das die meisten wahrscheinlich nicht glauben würden.
Frei nach amerikanischem Vorbild
Mit Stammtischparolen sollen politikverdrossene Jungwähler vom Gegenteil überzeugt werden. Dies denken zumindest die Macher des Videos, was dem amerikanischen Vorbild „Don´t vote“ folgt. Allerdings ging das Konzept von Steven Spielberg und Co. mehr auf als das der Plattform politik-digital.de und der Fernsehproduktionsfirma probono, denn mit dem Video gibt’s mit direktem Feedback mehr Ausdrücke der Verständnislosigkeit und Kritik als positiver Zuspruch.
Diskussion im Netz
Vor allem die Ironie des amerikanischen Vorbilds kommt im ersten Teil der deutschen Version bei vielen nicht unbedingt sofort rüber. Probono Geschäftsführer Friedrich Küppersbusch versteht das Aufsehen in den letzten Wochen eher als Anstoß, sich mit dem Thema Wahl auseinanderzusetzen. Die Diskussion ist tatsächlich da. Immerhin haben allein bei youtube fast 140.000 User das „Geh nicht hin“-Video angeklickt und sich in über 800 Kommentaren damit auseinandergesetzt.
Von Ironie und politischen Problemen
In einer Pressekonferenz meldete sich heute Jan Hofer zu Wort und berichtet, es hätten sogar Journalisten dazu aufgerufen, die Tagesschau zu boykottieren. In keinem Moment denke er im Übrigen darüber nach, nicht zur Bundestagswahl zu gehen. Sein Statement im Clip - reine Ironie. Der zweite Teil des Videos steht seit Dienstag online und versucht diesmal tatsächlich, auf politische Probleme und Wahlverdrossenheit aufmerksam zu machen. Jan Hofer hofft, dass - wenn auch diesmal ohne Provokation - weiter diskutiert wird.


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