SPUTNIK Update
Der Experte, den es nie gab
26.03.2010
Ein erfundener Anwalt, falsche Zitate, Redaktionen, die eine Zusammenarbeit eingestellt haben - das sind die Fakten. Jetzt steckt ein Journalist, jung, aber beileibe kein Anfänger (400 Publikationen in namhaften deutschen Medien), in großer Erklärungsnot und behauptet, auf einen "Hochstapler" hereingefallen zu sein. Das SPUTNIK-Update berichtete am Freitag.
Recherchen der Fachzeitschrift "Journalist" und unsere Nachfragen haben ergeben, dass drei Redaktionen, wie zum Beispiel Welt-Online und der Südkurier, Artikel von Sebastian Wieschowski veröffentlicht haben, in denen Zitate frei erfunden wurden. Darin kam ein Experte zu Wort, den es nicht gibt. "Recherchen der WELT-Gruppe haben den Verdacht bestätigt und darüber hinaus Zweifel an der Existenz weiterer von Herrn Wieschowski zitierten Experten aufkommen lassen", sagt Christian Garrels vom Axel Springer Verlag.
Die Redaktionen haben von dem Verdacht unter anderem durch den Deutschen Presserat erfahren. Der hat gegen alle drei Redaktionen eine Rüge geprüft, aber verworfen.
Offenbar hat der Autor nur vereinzelt Zitate erfunden, so dass der Betrug lange unentdeckt blieb. Die Artikel - so heißt es aus einer der betroffenen Redaktionen - wären auch ohne die zu beanstandenen Passagen ausgekommen. Der Hinweis auf die erfundenen Zitate wird kontrovers diskutiert.
Wie die Vorwürfe lauten, was der Autor selbst dazu sagt und welche Kontroverse unsere Recherchen ausgelöst haben erfahrt Ihr anhand der beigefügten Links und Audios.






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