SPUTNIK Black-Channel
Black is beautiful
13.03.2013
Der Dali für die Lauscher: Bilal
"Surreal - also das Wort Surrealismus - ist eines meiner Hauptinspirationsquellen für dieses Album. Ich habe mir eine Menge von Salvador Dalis Konzepten und Bildern reingezogen, die immer so grandios dreidimensional wirken. Genau das wollte ich im Sound dieser Scheibe umsetzten. Quasi ist diese Platte eine Art akustisches Gemälde." 2005 soll es gewesen sein, als der gute Bilal Syeed Oliver das erste Mal bei einer Ausstellung im Philadelphia Museum Of Art auf den katalanischen Exzentriker mit dem Zwirbelbart und den "Hängenden Uhren" stieß. Zumindest auf dessen malerische Handwerkskunst, die unser Falsetto-Kehlchen seitdem in ihren Bann zog. Bis jetzt - bis zu seinem Albumfrischling namens "A Love Surreal", der bereits das Gold-Treppchen der iTunes R&B-Hitparade erklomm.
Bittere Pille
Musikalisch angefangen hat unser Philly-Native in New York, am Mannes Music Conservatory, in den Fachbereichen Opernarien und Jazz. Zumindest aufgrund der zweiten Ausbildungsreihe schloss er schnell Bekanntschaft mit Common, über ihn dann mit Erykah Badu und den Roots. Schon bald zählte er zum festen Stamm der Soulquarians und es war nur eine Frage der Zeit, dass auch Bilal mit "1st Born Second" sein Debüt-Set ablieferte. Doch beim Zweitling machte ihm das damals noch unverhohlen agierende Vorab-leak-Wesen einen derben Strich durch die Rechnung. Und das prägt noch heute: "Bei Dalis Surrealismus denke ich auch immer an mein Album, das nie rauskam. Bei Interscope war das damals und es hieß 'Love For Sale'... Das ist auch ein Grund, weshalb ich mein neues 'A Love Surreal' nenne."
Mit Alt-Kumpel Robert Glasper
Wer jetzt allerdings alt-abgedroschene Stangenware aus dem Firmen-Archiv erwartet, sieht sich schon mit der maßgeblichen Beteiligung zweier für ihre kompromisslosen Soundtüfteleien bekannter Zeitgenossen eines Besseren belehrt: Flying Lotus und der frisch Grammy-prämierte Robert Glasper. Bilal via okayplayer.com. "Ich nenne es ein acid-jazz, funk und irgendwie blues-Album, natürlich mit ordentlichen Einfüssen durch Hip-Hop." Und im Vergleich zum 2010 in eigener Regie rausgehauenen "Airtight's Revenge' , bei dem es um Religion, Wirtschaft und Politik ging, besinnt er sich nun wieder auf seine Kernkompetenz: "Mit dieser Platte gehe ich zurück, um über die Liebe zu singen. Und ich spreche zu den Frauen. It's a woman's feeling and it's loving, you now." Wohl ganz im Sinne des Salvador Dali und seiner Göttergattin Gala: Bilal - A Love Surreal, der Black Beatz Act Der Woche.









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