SPUTNIK Black-Channel
Black is beautiful
28.11.2006
Sendung vom 27.11.2009:
Tettory Bad feat. TY - Dont' Push Me
Wir dürfen vorstellen: Masaya Fantasista, Grooveman Spot und Simbad a.k.a Mowlgy a.k.a Marathon Man. Was sich hier wie die neue Mutanten-Generation für „X-Men 4“ oder wie die Besetzungsliste eines frischen Zeichentrickmärchens im KiKa-Vorabendprogamm anhört, erweist sich in Wirlichkeit als ein Paradebeispiel projektbezogener transnationaler Klangerzeugung. Die Anfänge liegen in Japan.
Dort gehören die beiden Erstgenannten schon seit Ende der 90iger zum guten Ton der Hip-Hop-, NuJazz- und Soul-Szenen, man spricht im Falle von Masaya Fantasia a.k.a. The Deportista nicht selten auch vom Dreh-und Angelpunkt. Als DJ, Produzent und full-time sportsman kümmerte er sich bis dato vornehmlich um seinen „Jazzy Sport“- Plattenladen bzw. das gleichnamige Label, auf dem nicht nur einheimische Ensembles, wie Breakthrough oder Cro-Magnon, sondern auch das L.A.-Kollektiv Sa-Ra Creative oder der Brite Steve Spacek erschienen.
Der andere, auch DJ Kou-G genannt, stammt aus dem Eine Millionen-Kaff Sendai im Nordosten Japans, sozialisierte sich selbst mit Pete Rock & C.L. Smooth-Scheiben und lud unseren hauptstädtischen Sportsfreund kurzerhand auf sein 07er Debüt „Eternal Development“ ein. Seitdem sind sie ein Projekt-Duo: Tettory BLK.
Als denen dann noch der umtriebige Londoner Platten-Dreher und Broken-Beats-Sachverständige Stanilslas Renouf a.k.a. Simbad in die Arme lief, war das Projekt-Trio beschlossenen Sache: nach dem „Merger of Equals“- Prinzip schlicht Tettory Bad.
Das Premieren-Gemeinschaftswerk nennt sich „Unite“ und vereint ganz programmatisch knackige Vocal-House-Läufe mit funky Bläser-Soli. Oder stimmige Neo-Soul-Einlagen mit jazzigen Hip-Hop-Beats. In Japan bereits 08 gedropt, schwappt es Anfang 2010 – der Wiener Liebhaber-Brigade „Sunshine Enterprises“ sei Dank- nun auch auf die globale Gegenseite. Die erste, locker EP-taugliche 12“ glänzt mit U.K.-Rapper TY auf AA - wir dürfen vorstellen: „Don’t Push Me“ von Tettory Bad.
Rihanna - Rated R
Landei zum passabel posierenden Covergirl, inszeniert sie sich nun -mit Nummer vier- als personifizierter feuchter Traum. Oder wird inszeniert, wie das von der deutschen Erotik-Fachfrau Ellen von Unwerth in düsterer schwarz/weiss-Ästhetik zusammenfotografierte Booklet eindrucksvoll unterstreicht. Viel Haut - wenig Trikotage, eine Lackierung zwischen Grace Jones und Bill Kaulitz, und dazu einige neckische Utensilien aus dem örtlichen S/M-Studio – dagegen erscheint Beyonces als hemmungslos verführerisch angepriesenes Alter Ego „Sasha Fierce“ wie ein provinzielles Hausfrauenimitat in der DSF-Nachtschleife.
Als entsprechender Lebendbeweis posierte eine als Zebrastreifen teilverhüllte RiRi erst kürzlich bei den American Music Awards. Dort kassierte sie nicht nur zwei Pokale und verhalf der Show zu den besten Quoten seit 2002, sondern sie heizte auch die Spekulationen über ihr Liebesleben im Post-Chris-Brown-Zeitalter weiter an. So wie bei Angie Martinez auf Hot 97: „Ich grabsche ständig Brüste, ich bin von ihnen besessen. Ich hab ja nicht so viel und wenn ich dann mal ein paar schöne Titties sehe, denke ich `wooow, ich wünschte meine würden sich so anfühlen`". Ob sich dahinter nun ein Hinweis auf eine neu entdeckte homophile Neigung oder schlicht der Plan zur potentiellen Verdoppelung der Zielgruppe verbirgt – Fakt ist, dass es auf Rihannas bedingt jugendfreiem Viertling schräger, schauriger und sperriger denn je zugeht.
Verantwortlich sind Premium-Produzenten der Stargate-Ne-Yo -Tricky Stewart-Liga, überraschender Weise mischen auch die Londoner Gime- und Dubstep-Experten Chase & Status mit. Übrigens auf ausdrücklichen Wunsch der Barbados Beauty.
Die nochmal auf MTV: „Dieses Album ist ein Ausdruck aller meiner Gefühle in den letzten acht Monaten. Die waren nicht komplett böse, dunkel oder jämmerlich, aber teilweise. Wie eine Berg-Und-Tal-Fahrt, und das hört man auch. Ich reagierte mich teilweise richtig ab, aber es widerspiegelt nicht alles von mir.“ Neben der Erstsingle „Russian Roulette“ und der nachfolgenden, famos scheppernden Jeezy-Collabo „Hard“ hier weitere Beispiele jener diffusen Gefühlslage: im Black Beatz Act der Woche, mit „Rated R“ von Rihanna.









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