SPUTNIK Clubperlen vom 28. Juni 2017: Pantha Du Prince

Ich mache rein intuitiv Musik. Das heißt auch, dass ich Gesetzmäßigkeiten integriere. Aber erstmal geht es nur darum, mir etwas Neues zu eröffnen. Etwas zieht mich in eine Richtung und dabei entsteht eben Musik.

Der Künstler bei einem Auftritt hinter einem DJ Pult.
Bildrechte: Ann Sandmeyer

Zunächst geht es bei Hendrik Weber also nicht darum, dieses oder jenes Instrument einzuspielen oder um bestimmte Arrangements zu finden, sondern Musik darf passieren. Nicht dass der technische Aspekt den Produzenten, der unter dem Künstlernamen Pantha Du Prince seit über 15 Jahren elektronische Musik produziert, nicht ebenso faszinierend ist. Er war einer der ersten, der Field Recording in seine Produktionen einbaute. Dabei werden beispielsweise Geräusche im Wald mit einem Mikrophon aufgenommen und in die Tracks integriert. Mittlerweile ist diese Herangehensweise unter vielen Technoproduzenten ein beliebtes Stilmittel, um mehr Wärme in kühlen, elektronischen Tracks zu erzeugen.

Vergangenes Jahr erschien Pantha Du Prince sechstes Album “The Triad”, welches er “in einem Raumschiff aus Synthesizern” komponierte. Doch selbst wenn er elektronische Instrumente und Samples benutzt, scheint sein künstlerisches Alter Ego Pantha Du Prince durch die Produktionen zu scheinen. Was gemeinhin als Signature Sound bezeichnet wird, und für manchen DJ eine wiederkehrende Panflöte ist, umfasst bei ihm weit mehr als charakteristische Glöckchen. Die Tracks wirken menschlich und wecken bestenfalls beim Zuhörer verschiedenste Gefühle. Bei den tanzbaren Tracks von “The Triad” lassen diese sich auch teilen. Denn wie Pantha im Interview erklärt, möchten wir nicht ständig individuell sein, sondern auch mal in der Masse verschwinden:

Das große Ziel von Techno ist es, die Masse zu synchronisieren. Darüber kann man im Idealfall in eine neue Ebene kommen. Deswegen hat die Musikrichtung einen konstanten Beat. Diese Synchronisierung kann auch sehr brutal sein. Für mich ist das auf jeden Fall so. Wenn ich drei Tage auf ein Festival muss, kannst du mich danach drei Monate in die Druckkammer stecken!

Vielleicht war das Bedürfnis nach Ruhe und einer Rückkehr zu sich selbst ein Antrieb für Pantha Du Prince, die Stück von seinem aktuellen Album “The Triad” als Ambient Versionen neu aufzunehmen. Für die Stücke hat er weniger Samples benutzt und mehr Instrumente per Hand eingespielt. Durch analoge Instrumente konnte er die digitale Welt verlassen:

Ich glaub grundsätzlich, dass wir mit diesen ganzen Geräten und Möglichkeiten, die es so gibt, dass wir vergessen, dass wir biologische Wesen sind. Wir sind viel mehr als Null und Eins und das erlebe ich auch in meiner Arbeit. Darin suche ich derzeit einen Ausgleich zum Digitalen.

Pantha Du Prince SPECIAL
Titel
Lions Love (John Roberts Remix)
An Open Space Ambient Version
You What? Euphoria! Ambient Version
Frau Im Mond, Sterne laufen Ambient Version
The Winter Hymn Ambient Version
Lichterschmaus Ambient Version
Islands In The Sky Ambient Version
Wallflowers For Pale Saints Ambient Version
Dream Youself Awake Ambient Version