Krept & Konan
Bildrechte: Chris Jackson

SPUTNIK Black Beatz | Fr | 22 - 0 Uhr Zwei Stunden R'n'B und Hip Hop

Feinster R'n'B, tighter Hip Hop und derbste Urban Club Tunes mit Mathy in the Mix. Diesmal mit: Krept & Konan

Krept & Konan
Bildrechte: Chris Jackson

Ein Song ist ein Song: Krept & Konan

"Wir wollten Musik machen, die das volle Spektrum unseres Sounds widerspiegelt... Am Ende hatten wir so viel auf Tasche, dass wir zwei Mixtapes mit völlig unterschiedlichem Vibe zusammen hatten."

Tag und Nacht

Das ist der simple Grund, weshalb das Süd-Londoner Duo Krept & Konan gleich im Doppelpack in die Download-Portale und nebenbei auch kurzzeitig auf das Gold- und Silbertreppchen der UK-Black-Hitparade smashte. "7 Days" und "7 Nights" nennt sich diese Doublette, zumindest in der Gunst der Fanschar ergatterte die Tagesvariante leichte Punktvorteile. Die kommt denn auch etwas rauer und schnittiger daher, Features wie J Hus, Skepta oder Stormzy illustrieren den augenscheinlichen Grime-Einschlag, die krasse Single "Ask Flipz" steht exemplarisch dafür. Die Gäste von "7 Nights", wie Jhene Aiko, Hudson East oder Tory Lanez, sprechen dagegen für ein eher Lady-freundliches Programm, wobei neben gediegenem Club-Groove a la "For Me" oder "Wrong" auch das eine oder andere Betthüpferl auftaucht.

Rap mit Jamaica-Blut

"Als wir mit Musik anfingen, starteten wir natürlich mit Grime.", so die beiden bei www.hotnewhiphop.com. "Aber Grime hat den Nachteil, dass die double-speed Raps fürchterlich schnell sind und sie im Grunde kein Mensch versteht. Also sagten wir uns, 'lass und doch lieber etwas gemäßigter rappen, damit die Leute auch mitkriegen, was wir da sagen'. Schließlich sind wir mit Biggie, Puffy oder Missy Elliott aufgewachsen." Ein wenig über den Londoner Tellerrand zu linsen, das zeichnete die beiden schon immer aus. Oder war schlicht genetisch determiniert, denn der daddy von Karl "Konan" Wilson war der auf Jamaika nur "Cool Operator" genannte Rock-Steady-Star Delroy Wilson. Der hing übrigens nicht nur mit den insulanischen Helden wie Prince Buster, Clement "Coxone" Dodd oder Lee "Scratch" Perry rum, sondern wurde auch wegen seines politischen Arrangementes allseits geschätzt.

Mustard on The Beat

Konan gelang der Durchbruch mit Kumpel Casyo "Krept" Johnson mit einer gehörigen Brise Amiland, denn ihren unfassbaren 2013er Web-hype entfachten K&K mit einer Cover-Version der Kanye-Jay-Z-Hymne "Otis" und der Verwurstung der Weezy-Drake-Collabo "The Motto". War auf dem folgenden Mixtape "Young Kingz" noch die komplette Londoner Grime-Mischpoke vertreten, zeichnete sich das offizielle 2015er Debüt-Album ""Long Way Home" auch durch Gaststarter aus Übersee, wie Rick Ross, Jeremih oder Wiz Kahlifa, aus. Und vor allem durch das Monster-Brett "Freak Of The Week" - Mustard On The Beat, you remember?

Of Course Bro

Trotz des mords Erfolges sehen sich die beiden mehr denn je als Students of the Game. Vor allem bewundern sie den kreativen Veränderungsgeist der Ami-Platzhirsche Kanye, Jay-Z oder Drake. Vielleicht lag es ja daran, dass nur ein kurzer Anruf in Toronto genügte, um von Drake ein Sample zur Frischsingle "Wo Wo Wo" mit einem kurzen "of course bro" freizukriegen. Vorbild? "Ich liebe es Bars zu schreiben, ich liebe es, wenn Leute sagen: 'man, ich hab das erst 2 Jahre später gecheckt, was du da meintest.'" so Konan bei complex.com. "Aber eigentlich will ich eher Songs machen, die die Leute einfach mitsingen können. Du kannst hunderttausend Bars abfeuern, aber ein Song bleibt für immer." Zumindest für "7 Days" & "7 Nights". Krept & Konan, der Black Beatz Act der Woche.