Zu viel des Guten: Chris Brown

"Ich glaube, 'Heartbreak On A Full Moon' ist eine Schilderung dessen, was meine Seele unbedingt rauslassen wollte. Es ist schon lustig, dass daraus ein Doppelalbum geworden ist. Aber ich habe so viele Songs gemacht, die letztendlich alle irgendwie Favoriten für mich sind."

Das ist schon eine ordentliche Packung, die Chris Brown da zu seinem nunmehr achten Longplayer verschnürt hat. Und gerade die Anzahl 45 bringt ihm nicht nur ungeteilte Zustimmung ein.

Das sind fast vier Dutzend Songs about fucking and breaking up, manchmal beides in einem Song.

Zachary Hoskins Slant Magazin

Party

Machen wir uns nichts vor, für eine Rede vor dem UNO-Sicherheitsrat war dieser Bursche aus Virginia noch nie geeignet. Und auch in Zeiten, wo sich Kendrick & Beyonce zum schwarzen Gewissen des Trump-Verdrusses emporschwingen, kann man vom ADHS-Kid Breezy nicht gleich ein politische Standortbestimmung erwarten.

Dieser tätowierte Herr, dem das Klopper-Image nach wie vor wie die berühmte Scheiße am Schuh klebt, kann aber eins: Party! Und das mit einer ganzen Kipperlade tanztauglichem Singlematerial durchaus unterschiedlicher Coleur.

Alle Facetten

Bei Hot 97: "Mit diesem Album wollte ich alle Facetten erfassen, die meine Hörer cool finden und mit mir in Verbindung bringen. Mehr R&B, den meine Girl-Fans lieben - hier ist er. Mehr Pop, ihr könnt es haben. Aber nach wie vor bleibt es typischer Chris Brown-Shit."

Das kann man laut sagen. Der Single-Reigen zieht sich von der famos abgehangenen Usher-Gucci Mane-Collabo "Party" über den typischen Testosteron-Bouncer "Pills & Automoblies", der mit A Boogie Wit Da Hoodie, Yo Gotti & Kodak Black daherkommt, bis zur Frisch-Single "High End" feat. Future & Young Thug.

Für gepflegten Hüftschwung sorgen "Privacy" oder der lässige Retro-Schinken "Juicy Booty" mit Jhene Aiko & R. Kelly. Und wer etwas Pfeffer braucht, findet jenen bei "This Way" oder im besonders in hiesigen Breiten hoch und runter geballerten Smash "Questions", ja wochenlang die Pole der Deutschen Urban-Charts.

800 Songs

Dass sich unter dem Rest auch einiges an Füllstoff verkrochen hat, muss man ebenso tolerieren wie einige Passagen, die sich derart gleichen, dass man getrost aus 5 Songs einen gemacht haben könnte. Vielleicht werden wir eines Tages noch mal aufatmend auf die bescheidene Zahl 45 zurückblicken:

Allein in meinem Handy habe ich jetzt 800 Songs, die noch nie jemand gehört hat. Ich will nicht prahlen. Aber es ist einfach meine Arbeitsethik, ständig kreativ zu bleiben.

Solide, wie der Schuster mit seinen Leisten, aber 100 Prozent Chris Brown. Mit "Heartbreak On A Full Moon" der Black Beatz Act der Woche.             

SPUTNIK Black Beatz vom 01.12.17 Stunde 1
Titel Interpret
Ask Flipz Krept & Konan feat. Stormzy
Man's Not Hot Big Shaq
Party Chris Brown feat. Usher & Gucci Mane
Rockstar Post Malone feat. 21 Savage
Last Night Tru Life feat. Future
Jim Dean Evidence
This Way Chris Brown
Rosa Parks Outkast
Cameleon Maitre Gims
A Night To Rember Shalamar
Questions Chris Brown
Tell Me Wretch 32 feat. Kojo Funds & Jahlani
Gucci Gang Lil Pump
Bodak Yellow RMX Cardi B feat. Kodak Black
Trap My Ass Off Waka Flock Flame feat. Derez Deshon
TipToe'n Rick Ross
Collard Greens Schoolboy Q feat. Kendrick Lamar
Wokeuplikethis Playboi Carti feat. Lil Uzi Vert
SPUTNIK Black Beatz vom 01.12.17 Stunde 2
Titel Interpret
Lemon N.E.R.D. feat. Rihanna
Privacy Chris Brown
So Excited Fat Joe feat. Dre
Our Streets DJ Premier feat ASAP Ferg
Up North Trip Mobb Deep
Plain Jane Asap Ferg
Pills & Automobiles Chris Brown feat. Yo Gotti, A Boogie Wit da Hoodie & Kodak Black
Kylie Kendall Zak Downtown
Curve Gucci Mane feat. The Weeknd
Our Generation Ernie Hines
Turn Up David Jay
Ex Ty Dolla Sign feat. YG
Ric Flair Drip 21 Savage, Offset & Metro Boomin
California Love 2 Pac feat. Dr. DRE & Roger Troutman
Juicy Booty Chris Brown feat. Jhene Aiko & R. Kelly
The Way Life Goes Lil Uzi Vert
Krippy Kush Farruko feat. Bad Bunny, Rvssian, Nicki Minaj & 21 Savage
Other Niggas Chris Brown
Patek Water Future & Young Thug feat. Offset