SPUTNIKerin Laura mit Anna aus Leipzig, die an Lipödem leidet.
Bildrechte: Anja Dietze

SPUTNIK Tagesupdate Mysteriöse Krankheit, die dick macht: Was ist Lipödem?

Die Bikinifigur: Wenige Frauen haben sie, die meisten wollen sie. Aber manche können sie nie bekommen. SPUTNIKERin Laura über die Fettverteilungsstörung Lipödem.

SPUTNIKerin Laura mit Anna aus Leipzig, die an Lipödem leidet.
Bildrechte: Anja Dietze

Lipödem ist kein „Extrafett“, weil jemand zu viel Süßigkeiten gegessen hat. Schuld an den Verformungen sind kranke Fettzellen, die sich unkontrolliert vermehren. Lipödeme bilden sich vor allem an den Beinen, aber auch an Armen und Hüften. Weil fast nur Frauen die Krankheit bekommen, sind wahrscheinlich Hormone oder Gene verantwortlich.

Knotenförmiges Gewebe

Dr. James H. Völpel aus Leipzig
Bildrechte: MDR / Völpel

Zum ersten Mal tritt Lipödem meist nach der Pubertät oder Schwangerschaft auf, erklärt Dr. James H. Völpel aus Leipzig. Erst verdicken sich die Beine ungewöhnlich, aber noch gleichmäßig. Später wird das Gewebe knotenförmig. In der dritten Stufe verhärtet es sich zu Wülsten, die auf das umliegende Gewebe drücken.

Was kann man dagegen tun?

Anfangs helfen noch Kompressionsstrümpfe und Krankengymnastik, außerdem eine besondere Therapie. Leider wirkt alles nur gegen die Symptome. Deshalb empfehlen Experten, Fett abzusaugen, sobald das Gewebe zu Knoten wird. Doch die Operation ist riskant, und die Krankenkasse übernimmt die Kosten nur in Einzelfällen.

Anja aus Leipzig kämpft für Anerkennung

Anja aus Leipzig schreibt ein Blog über Lipödem.
Bildrechte: Anja Dietzel

Viele Frauen machen sich stark und sorgen für Aufklärung über Lipödem. Bei Facebook finden sich in allen größeren Städten Gruppen, die sich regelmäßig treffen und unterstützen. Infos findest du außerdem bei Lipödem Hilfe Deutschland e.V. Im Blog „Mein Lipödem und ich“ schreibt Anja aus Leipzig, wie sie mit der Krankheit lebt.

Checkliste: Was ist Lipödem?

Es gibt ein paar Hinweise, dass scheinbares „Fett“ eigentlich ein Lipödem ist:

  • Betroffene haben Besenreiser (sichtbare Venen) und Blutergüsse.
  • Die Unterschenkel sind in der zweiten Tageshälfte geschwollen.
  • Es sind immer beide Beine bzw. Arme betroffen.
  • Druck und Berührungen sorgen für Schmerzen.

Das Thema im SPUTNIK Programm: SPUTNIK Tagesupdate I 01.03.2017 I 18-19 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. März 2017, 12:44 Uhr