Facebook-Gründer Mark Zuckerberg
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SPUTNIK Tagesupdate Mord auf Facebook

Ein Facebook-Video aus den USA löst weltweit Entsetzen aus. In Cleveland filmt ein Mann den Mord an einem 74-Jährigen und postet es öffentlich auf seiner Facebook-Seite. Die Fahndung nach dem mutmaßlichen Täter blieb bisher ohne Ergebnisse. Facebook steht unter Druck und kündigt Konsequenzen an, doch wie sehen die aus?

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg
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Der 37-Jährige Berufsberater Steve Stephens erschießt einen Mann auf offener Straße. Bevor er abdrückt, fragt er das Opfer nach seinem Alter und bittet ihn, den Namen "Joy Lane" auszusprechen. Diese Frau sei der Grund dafür, weshalb eine Schusswaffe auf ihn gerichtet ist. Eine Kamera läuft die ganze Zeit mit.

UPDATE: Der mutmaßliche Täter hat sich offenbar nach kurzer Verfolgungsjagd mit der Polizei selbst erschossen, teilte die PA State Police auf Twitter mit.

Am Ende landen insgesamt drei Videos auf Facebook: im ersten wird die Tat angekündigt und im zweiten ist die Tat zu sehen. Schließlich folgt das Geständnis des Mannes (Quelle: Washington Post). Es ist unklar, warum sich Stephens ausgerechnet dieses Opfer suchte - einen Mann, den er nicht persönlich kannte.

Der in den USA Mordverdächtige Steve Stephens (ist tot)
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Am Ostersonntag stellte ein US-Amerikaner ein Video eines Mordes auf Facebook. Die Hintergründe zum Vorfall und was Facebook in Zukunft dagegen unternehmen will, hört ihr hier.

MDR SPUTNIK Di 18.04.2017 19:28Uhr 01:54 min

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Verhindern kann man es nicht - eingreifen schon

Es ist nicht das erste Mal, dass so ein Tat-Video auf Facebook zu sehen ist. Die Veröffentlichung selbst lässt sich im Moment noch nicht verhindern. Die einzige Möglichkeit ist ein schnelles Eingreifen seitens der Facebook-Betreiber, um zu vermeiden, dass solche Inhalte weiter verbreitet werden.

Dafür ist vor allem die Meldefunktion da. Jeder Facebook-Nutzer kann sich damit über einzelne Post beschweren und das wird dann an die Betreiber weitergeleitet. Es kann allerdings etwas dauern, bis die Mitarbeiter die gemeldeten Posts checken und angemessen reagieren. Wenn kein Nutzer die Meldefunktion nutzt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass kriminelle Inhalte auffallen und entfernt werden, sehr gering.

"Wir müssen besser werden"

Im Fall des Mordvideos vergingen zwei Stunden vom Upload des ersten Videos bis hin zur Löschung. Dafür musste Facebook einiges an Kritik einstecken und will das Meldesystem überarbeiten. In einem offiziellen Statement von Justin Osofsky, Vizepräsident der Abteilung Global Operations von Facebook, heißt es:

Wir wissen, dass wir besser werden müssen. [...] Uns ist es wichtig, unsere globale Community sicher zu halten. Wir sind dankbar für jeden, der solche Videos angezeigt hat.

Zuletzt aktualisiert: 18. April 2017, 20:26 Uhr