SPUTNIK SPRING BREAK 2011
Grillosophen und Geleerte
12.06.2011
Penelopé trinkt Vodka mit Saft aus einem Messbecher. Er ist mit seinen Kumpels aus Thüringen angereist. Sie haben ihre Zelte im Halbkreis aufgebaut und in der Mitte unter einer weißen Plastikplane ein kleines DJ-Set aufgebaut. Während die einen in aufblasbaren Sesseln chillen, legen die anderen auf und überbrücken so die Zeit, bis die Liveacts auf den Stages loslegen. Das Notstrom-Aggregat hat ihnen ein Freund aus Erfurt geliehen. Im Vergleich zum letzten Jahr ist das eine gewaltige Verbesserung. Da hat Penelopé noch selbst Strom erzeugen müssen. Naja, selbst stimmt nicht ganz. Er hat einfach zwei Hamster mit auf´s Festival genommen und ließ sie in einem Hamsterrad ihre Runden drehen. An das Hamsterrad schloss er ein Dynamo und brachte damit eine LED-Lampe zum leuchten. Die Geschichte ist so einfallsreich wie unglaublich. Aber mit dem Notstromer bleibt dieses Jahr der Tierschutz gewahrt und es reicht sogar für einen kleinen Kühlschrank.
Gefällt mir!
Sie sitzen am Wegesrand, sehen harmlos aus und schauen scheinbar unbeteiligt in der Gegend herum. Irrtum! Paul und seine Kumpels führen einen Trend fort, den sie im letzen Jahr auf dem Spring Break kreiert haben: Das Pappschild-Voting. Was auch immer ihnen vor die Flinte kommt, wird gnadenlos bewertet - mithilfe eines Pappschildes, das den Facebook-typischen Gefällt-Mir-Daumen zeigt. Damit bewerten sie vorbeilaufende Frauen und ausgefallene Outfits. Und damit es nicht langweilig wird, spannen sie hin und wieder auf dem Weg ein kleines blaues Seil und fordern unbedarfte Vorbeilaufende zu einem spontanen Limbotanz auf - der dann natürlich auch bewertet wird. Mit Stolz nimmt Paul zur Kenntnis, dass seine Idee Nachahmer gefunden hat. Unweit von ihnen hat sich eine weitere Gruppe an den Wegesrand gesetzt und links und rechts vom Weg eine Stuhlreihe aufgebaut. Ihre Pappschilder reichen von "hot" bis "Schrott".
Das Pissoir - ein Ort der inneren Ruhe und Einkehr
Steffen nutzt die ruhigen Minuten, in denen noch nicht so richtig viel los ist, um am Pissoir interessante Gespräche zu führen. Er ist der Überzeugung, das Plastik-Pissoir vor den Dixiklos sei einer der kommunikativsten Orte auf dem ganzen Festivalgelände. Dort hat er schon sehr denkwürdige Menschen getroffen. Er ist sich sicher, dass die wichtigsten Dinge ohnehin am Pissoir entschieden werden. In der Weltpolitik sowieso, aber auch im Leben. Er selbst ist der lebende Beweis: Die Idee zu seiner Bachelor-Arbeit kam ihm am Pissoir. Wir sind sicher, diese Arbeit über alternative Ansichtsformen bei der Marktnachfrage wird die Welt verändern!
Die gelbe Legende
Eine andere, nicht minder anspruchsvolle Beschäftigung ist die Suche nach der gelben Legende. Er ist, wie Martin berichtet, ein etwa Mitte 30 Jahre alter, glatzköpfiger ehemaliger Bundeswehrsoldat, der sich den unterschiedlichsten Festivals herumtreibt und dabei immer ein gelbes Regencape trägt. Darauf lässt er alle möglichen Leute unterschreiben, verkauft es anschließend meistbietend bei ebay und den Erlös, den spendet er - laut Selbstauskunft. Auch auf dem SPRING BREAK Break Festival trieb er sich schon herum. In diesem Jahr wurde er noch nicht gesehen. Wir halten die Augen offen.















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