SPUTNIK SPRING BREAK 2012
Alter! Oder Ego? In diesem Fall: Marteria
22.01.2012
Marsimoto? Marteria? Marterimoto? Oder doch Marsimeria? Eigentlich ist es egal, ob der Berliner Marten Laciny unter seinem "offiziellen" Künstlernamen Marteria oder als sein quietschbuntes Comic-Alter-Ego "Marsimoto" unterwegs ist. Die Qualitätslatte hängt dank seiner cleveren Lyrics und innovativen Beats gleichbleibend hoch. Der neueste Beweis: das Album "Grüner Samt", das er im Januar als Marsimoto mit bewährter Heliumstimme, elektroiden Beats und fetten Dubstep-Basslines in sämtliche freien Grünflächen des Landes rammte.
Vom "innovativsten deutschsprachigen Hiphop-Album seit mindestens zehn Jahren" ist in der Presse die Rede, von "Krautrap" oder "exzellentem Humor, wahnsinnigen Wortspielen, geschickten Querverweisen und absoluter Absurdität". Kein Wunder, dass sich aufgrund dieser mannigfaltigen Talente längst Künstler wie Peter Fox, Casper, Jan Delay oder Miss Platnum in Marterias Fanliste eingetragen haben. Mit Ausrufezeichen, privaten Telefonnummern und Filzstift!
Das letzte reguläre Marteria-Album trägt den formschönen Namen "Zum Glück in die Zukunft" und ist in kongenialer Zusammenarbeit mit Monk, DJ Illvibe und Berger entstanden. Eine Berlin-Platte, auf die sich Kinderwagen schiebende Prenzlberg-Mütter ebenso einigen konnten wie hippe Neuköllner Kiezkids, mit deepen Texten und Beats mit "Dreck, Edge und Power", wie der Künstler es selbst einmal auf den Punkt brachte.
Dabei hätte alles auch ganz anders kommen können, gehört Marteria doch zu jenen Menschen, die sich scheinbar mehrfach anstellen durften, als Gott die Talente verteilte. Kapitän in der Fußball-Jugendmannschaft von Hansa Rostock, U17-Nationalspieler, Model für Boss und Valentino und Schauspielstudium in Berlin - man kann wirklich nicht sagen, dass Marten Lacinys Leben bis dato von Langeweile geprägt war. Und der Gute ist Jahrgang 1982!
Am Ende hat sich Martens Bruder durchgesetzt, der Marteria als erster mit Hiphop in Berührung brachte. Wenn die Menge beim SPUTNIK SPRING BREAK also berauscht zu Marterias Beats abgeht, sollten wir ein leises Danke an ebenjenen Bruder schicken. Denn ohne ihn ständen wir wohl vermutlich nicht hier.








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