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Halli-Galli-Elektro beim SSB: Deichkind

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Euphorische Totalverwirrung mit Deichkind

SPUTNIK SPRING BREAK 2012

Euphorische Totalverwirrung mit Deichkind


Letzten Endes war das doch nur konsequent. Nach "Arbeit nervt" gehen die durchgeknallten Hanseaten noch ein bisschen weiter ins Hohlkreuz und wagen mit ihrem aktuellen Album "Befehl von ganz unten" nun den finalen Köpper in den Hexenkessel aus Underground und Unterschicht. Ihre aktuelle Devise: "Ab jetzt wird nicht mehr oben, sondern von unten nach Antworten gesucht."

Dass Deichkind über ein gehöriges Maß an Schabernack und Wahnsinn verfügen, war schon vor gut zwölf Jahren zu spüren, als sie mit "Bon Voyage" und Gast-MC Nina überzeichnete Partypopos und Amischlitten zum Wackeln brachten. Aber weil Hiphop auf Dauer ja auch langweilig ist, entschieden sich die Herren um MC Philipp Grütering im Laufe der Jahre, immer tiefer im unaufgeräumten Elektro-Sandkasten zu buddeln und ihre hedonistischen Rhymes mit wuchtigen Beats und grellem Gefiepe anzureichern.

War die Single "Limit" von 2002 schon ein wahrer Brandbeschleuniger auf allen Tanzflächen des Landes, folgte 2006 der unumstößliche Höhepunkt: der Oberüberwahnsinns-Partytrack "Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)", dank welchem wohl noch unsere Kindeskinder die Textzeile "Deine Eltern sind auf einem Tennisturnier" selbst im Tiefschlaf um halb fünf Uhr morgens problemlos mit einem beherzten "Du machst eine Party, wie nett von dir" kontern können. Wenn sich ein Song in den letzten Jahren in unser Feierherz eingebrannt hat, dann bitteschön dieser!

Zwei Jahre später gesellte sich der "Master of Verpeilung", besser bekannt als "Ferris MC" zur Band und setzte dem ohnehin schon kräftig wütenden Wahnsinn bei Deichkind noch das letzte Krönlein auf. Doch Deichkind als bloße Gaga-Band ohne Inhalt und zweite Ebene abzustempeln, wäre fatal. Klar gibt sich die Band gerne als saufende, sabbelnde Prollclique, hält uns aber bei Titeln wie dem 2008er Album "Arbeit nervt" auch immer wieder einen konsum- und medienkritischen Spiegel vor. "Ein sexy Gegenüber von Kopf und Bauch, eine elektrisierende Reibefläche für Boulevard und Feuilleton", nannte das einmal ein Kritiker und wurde mit der 2010 in Hamburg uraufgeführten Deichkind-Operette "Deichkind in Müll" bestätigt.

Womit wie letztendlich wieder bei „"efehl von ganz unten wären". Getreu der alten Boxer-Devise "Wenn wir unten sind, ist unten oben" hissen wir beim SPUTNIK SPRING BREAK mit Deichkind wieder gemeinsam die Piratenflagge und lassen der Extase freien Lauf. Oder wie es Deichkind selbst formulieren würden: "Nichts ist gut, nichts ist schlecht, alles ist. Darauf ein Pils!"

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