SPUTNIK SPRING BREAK 2012
Schluss mit lustig: Mia.
22.01.2012
Oft merkt man erst, wie sehr einem eine Person oder Sache gefehlt hat, wenn sie plötzlich wieder aus dem Nichts auftaucht. Genau das machen Mia aus Berlin gerade mit lauten Paukenschlägen. Das gesamte Jahr 2011 war gebastelt, komponiert, gefrickelt, diskutiert, verworfen, geblödelt, geknippst und gefilmt worden, weswegen man sich komplett aus der Öffentlichkeit zurückzog, um an elf neuen Songs zu feilen, die im März 2012 auf einem Album mit dem wuchtigen Titel "Tacheles" erscheinen.
Ein Blatt haben Mia um die quirlige Frontröhre Mieze Katz bekanntlich noch nie vor den Mund genommen. Schon auf ihrem umjubelten, angepunkten Neo-NDW-Debütalbum "Hieb und Stichfest" ging die Band im Jahr 2002 weiter als sie sollte, gab sich dem ekelhaften Benehmen hin und warf mit explodierenden Bomben lässig lächelnd in alle Richtungen. Auch beim Plattenzweitling "Stille Post" zwei Jahre später machte die Band klipp und klar, was sie wollte: nämlich nach oben - über den Eurovision Song Contest (hat leider nicht geklappt) und den Bundesvision Song Contest (vierter Platz 2007) bis in die Top Ten der deutschen Albumcharts (mit den Platten "Zirkus" und "Willkommen im Club")
Und obwohl Mia auch mit jedem Album zwingend-betörende Singles veröffentlichten, ist es auch ihren energetischen Live-Auftritten zu verdanken, dass in Deutschland in Sachen Elektropop seit Jahren niemand mehr an den Berlinern vorbeikommt. Denn wer die Band einmal live gesehen hat, kommt immer wieder. Schrille Kostüme, eine selbst von einer rigiden Elefantenherde nicht zu bändigende, von links nach rechts wirbelnde Mieze Katz und vier kraftvolle Herren zwischen sägenden New-Wave-Gitarren, krachenden Becken und groovigen Popsynthies. Das funktioniert im schwitzigen Kellerclub, wie auf der ausladenden Festivalbühne.
Jetzt also endlich wieder Mia-Tacheles mit neuen Liedern über Liebe, Tod, Musik, Freiräume, Energie, Kitzel, brüchiges Eis oder Fliegen ohne Fallschirm. Mit Sicherheit werden wir davon auch einige auf der SPRING-BREAK-Bühne hören. Und bestaunen. Und Fühlen. Uns uns freuen. Hach, das st schon eine tolle Band!




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