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Streit um Lutherpreis für Pussy Riot
25.10.2012
Die Stadt Wittenberg hat Pussy Riot für den Lutherpreis "Das unerschrockene Wort" nominiert. Doch deswegen gibt es heftige Kritik. Vor allem Vertreter der evangelischen Kirche empfinden die Aktion der Band als Gotteslästerung. Die Frauen hätten nicht Präsident Putin, sondern die Gefühle der Gläubigen verletzt und das dürfe auf keinen Fall noch ausgezeichnet werden. Wer den Lutherpreis in diesem Jahr bekommen soll, will der Wittenberger Stadtrat noch einmal diskutieren. Die Entscheidung fällt dann am 11. November
Schuldspruch trotz weltweiter Proteste
Die Welt schaute nach Moskau. Im Prozess gegen drei Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot hat das Gericht in Moskau die angeklagten Frauen Ende Juli für schuldig befunden. Nadeschda, Maria und Jekaterina hätten sich "Rowdytum" zu Schulden kommen lassen, erklärte das Gericht. Die drei hätten "keine Reue gezeigt", die "öffentliche Ordnung verletzt" und die "Gefühle der Gläubigen beleidigt", sagte Richterin Marina Syrowa bei der Urteilsverkündung. Die Drei müssen für zwei Jahre ins Gefängnis. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.
Weltweit waren Protestveranstaltungen vor russischen Botschaften und Vertretungen angekündigt worden, auch in Berlin. Bundesaußenminister Guido Westerwelle hatte Russland aufgefordert, die Freiheit der Kunst zu achten.
Auszüge aus dem Putin-Protest der Pussy Riots
"Die Jungfrau Maria ist bei den Protesten mit uns! Mutter Gottes, du Jungfrau, vertreibe Putin!“
Sie stehen vor der Kanzel in Moskaus größter Kathedrale, der Erlöserkathedrale, tragen bunte Kleider und Strumpfhosen und sind vermummt. Nach zunächst religiösen Klängen erklingt Punkmusik mit brisanten Inhalten. So sah der Protest der russischen Punkband Pussy Riots gegen den Staatschef Putin im Februar, kurz vir den Präsidentenwahlen, aus. Seitdem sind die drei Mädels der Pussy Riots in Russland so was wie Widerstandskämpfer.
"Homosexuelle werden in Ketten nach Sibirien geschickt. Der KGB-Chef ist euer oberster Heiliger, Er steckt die Demonstranten ins Gefängnis.“
Wladimir Putin ging das zu weit. Dass in Russland mit politischem Widerstand gegen die Regierung nicht zimperlich umgegangen wird, ist nichts Neues. Aber das Beispiel der Pussy Riots macht deutlich, dass Putin mit besonderer Schärfe gegen Kritiker vorgeht. Seit März 2012 sind drei der Bandmitglieder inhaftiert: Die 22-jährige Nadeschda Tolokonnikowa, die 29 Jahre alte Jekaterina Samuzewitsch und die 24-jährige Marina Alechina.
Ordnungswidrigkeit oder Straftat?
Im Fall der Pussy Riots soll ein Exempel statuiert werden. Rein juristisch stehen hier das Recht der Meinungsäußerung und die künstlerische Freiheit dem Vorwurf des Rowdytums aus religiösem Hass gegenüber. Darauf plädierte die Anklage.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die Musikerinnen als politisch Gefangene anerkannt. Künstler wie Sting, Madonna, Peaches, Björk und die Red Hot Chilli Peppers machen auf den politisch motivierten Prozess und die Ungerechtigkeit im Verfahren aufmerksam.
Heute begann der Prozess gegen die Mädchen-Punkband Pussy Riot. Wie der Tag verlaufen ist, könnt ihr über den Audiolink (auf dieser Seite oben rechts) nachhören.






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