Obama und McCain versuchen im Internet so viele Wähler wie möglich zu mobilisieren und Spenden einzusammeln.

©Offizielle Internetseiten von Obama und McCain: www.johnmccain.com / www.mybarackobama.com

US-Wahl: Der Kampf im Web 2.0

US-Wahl: Der Kampf im Web 2.0


Eine Mail des besten Freundes im elektronischen Briefkasten zu finden, hebt in jedem Fall die Stimmung. Vielen jungen Amerikanern läuft derzeit aber ein richtiger Schauer über den Rücken, wenn sie auf ihr Postfach klicken. Dort finden sie seit einigen Wochen fast täglich persönliche Mails ihres Präsidentschaftskandidaten John McCain oder Barack Obama.

Direkter Kontakt zum Wahlkampfteam
"I am truly grateful for your friendship and support. Sincerely, John McCain", bedankt sich beispielsweise der republikanische Kandidat bei seinen Unterstützern. Nun schreiben Obama und McCain die netten Nachrichten natürlich nicht selbst - dafür haben sie mehrköpfige Online-Teams am Start. Eines aber ist klar: Der Internet-Wahlkampf hat eine neue Dimension erreicht - und entscheidet vielleicht sogar die Wahl.

Wähler mobilisieren und Spenden sammeln
"Kreativköpfe hinter den Kandidaten haben perfekte Online-Instrumente entwickelt, um so viele Unterstützer wie möglich zu mobilisieren und das Fundraising im Internet zu optimieren", macht Oliver Zeisberger den Unterschied zu früheren Kampagnen deutlich. Gerade die genialen Ideen und Features auf den Internetseiten der beiden Kandidaten haben es dem Kölner Experten für Internet-Wahlkämpfe angetan.


Raffiniertes Tool: "Neighbor to Neighbor"
Mit dem Tool "Neighbor to Neighbor" beispielsweise fordert Obama seine Helfer auf, neue Wähler und Spender zu werben. Wer sich einloggt, sieht eine Liste von Nachbarn auf seinem Bildschirm, die er nochmal überzeugen soll, dass Obama auch wirklich der richtige Mann für Amerika ist. Damit alles klappt, liegt noch ein Link zum Trainingsvideo auf Youtube und einen Flyer mit guten Argumenten bei.

Datenbanken aufbauen
Ähnlich raffinierte Instrumente finden sich auch bei John McCain, nur ist der Republikaner weniger erfolgreich damit. "Rund 400 Millionen Dollar und damit mehr als doppelt so viele Gelder wie McCain hat Obama vor allem über Online-Spenden eingesammelt", so Zeisberger. Geschafft habe er das mit Hilfe seiner riesigen Datenbank. Überall sind Obamas Helfer unterwegs und sammeln E-Mail-Adressen. Sein Team nutzt fast jeden Kontakt, um an weitere Helfer zu kommen.

Klare Botschaft am Wahltag
Auf Wahlkampf-Events zum Beispiel werden die Gäste gebeten, an drei Freunde zu schreiben, die wiederum eine E-Mail an das Team von Obama und an weitere drei Freunde senden sollen. Und immer so weiter. Alle Kontakte werden dann in schöner Regelmäßigkeit um Spenden gebeten und ganz bestimmt am Wahltag eine Nachricht mit einer ganz klaren Botschaft im Postfach finden.

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