Drei Fragen an die V-Partei³

Die Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer (kurz V-Partei³) wurde 2016 gegründet. Ihr Hauptschwerpunkt liegt auf den globalen Auswirkungen von Wachstum, Konsum und Essverhalten. Für die Bundestagswahl 2017 hat es die Partei auf zwölf Landeslisten geschafft. Und das sind die Antworten der V-Partei³ auf unsere drei Fragen.

1. Thema: Sicherheit

Rieke will im Sommer auf ein Festival gehen, hat seit dem Anschlag in Berlin jedoch Angst vor großen Menschenansammlungen. Thomas hat beim Shoppen im Einkaufszentrum immer noch den Amoklauf in München im Kopf. Und Sarah geht nicht mehr so gerne auf Demos, weil es dort oft zu Ausschreitungen kommt. Anschläge, Amokläufe, politische Kriminalität:

Welche konkreten Maßnahmen wollen Sie ergreifen, dass Rieke, Thomas und Sarah sich in Zukunft wieder sicherer fühlen?

Antwort der V-Partei³

Zum einen muss dem Sicherheitsbedürfnis der Menschen Rechnung getragen werden, durch Polizeipräsenz auf öffentlichen Plätzen und bei großen Veranstaltungen. Dafür sollten auch Veranstalter wie Fußballvereine finanziell herangezogen werden. Zum anderen muss der Bund die Bevölkerung aber auch aufklären über die realistischen Risiken, um Ängste abzubauen: Das Risiko, einem Terroranschlag zum Opfer zu fallen, ist im Vergleich etwa zu den Gefahren im Straßenverkehr verschwindend gering.

Um Motiven für Gewalt den Boden zu entziehen, müssen Projekte unterstützt werden, welche Jugendlichen, die sich „abgehängt“ fühlen, eine Perspektive bieten, so dass sich hier kein Frust aufbaut und diese die Fänge von Ideologien geraten. Wichtig ist auch die verstärkte Förderung der Integration von Migranten. Den internationalen Terrorismus kann man mit Gewalt und Waffenlieferungen nicht beenden, sondern man stärkt ihn. Deshalb ist die V-Partei³ für ein Verbot aller Waffenexporte, für Abrüstung und Konfliktlösung ohne Gewalt. 

2. Thema: Integration von Geflüchteten

Khaled ist 24 und vor zwei Jahren aus Syrien nach Deutschland geflohen. Seit seiner Ankunft musste er mehrmals die Stadt wechseln, sein Asylverfahren dauerte über ein Jahr. Nun besitzt er zwar den Asylstatus und hat endlich einen Platz in einem Deutschkurs bekommen, doch er hat kaum Kontakt zur deutschen Kultur. In seinem Asylbewerberheim in einem kleinen Dorf weit weg von der Großstadt hat er sich lange Zeit isoliert gefühlt und konnte keinen richtigen Kontakt zu Deutschen knüpfen.

Wie wollen Sie Menschen wie Khaled in Zukunft besser und schneller in die deutsche Gesellschaft integrieren?

Antwort der V-Partei³

Die Asylverfahren müssen viel schneller bearbeitet werden, notfalls muss der Bund hier Personal aufstocken. Eine dezentrale Unterbringung ist wichtig, allerdings möglichst nicht in Sammelunterkünften, sondern verteilt auf Sozialwohnungen oder Wohngemeinschaften für Jugendliche. Dabei ist auf eine gute Anbindung durch den ÖPNV an Orte mit Integrationsmöglichkeiten (Sport- und Musikvereine, kulturelle Angebote) zu achten. Ehrenamtliche Arbeit, welche den Geflüchteten hilft, und Institutionen wie internationale Begegnungsstätten müssen noch stärker finanziell unterstützt werden. Die bisherigen Asylantenheime könnte man in Sozialwohnungen umwandeln.

3. Thema: Hatespeech / Fake News im Internet

Lisa (16) ist täglich mehrere Stunden bei Instagram, Snapchat und Facebook unterwegs und veröffentlicht dort kleine Texte, Fotos und Videos aus ihrem Alltag. Oft bekommt sie mit, wie sich andere Nutzer heftig beleidigen oder fragwürdiges Gedankengut verbreitet wird. Wenn sie die Inhalte bei Facebook meldet, passiert aber meistens gar nichts. Ihr Klassenkamerad Justus nutzt wie die meisten in seiner Altersklasse hauptsächlich Facebook als Informationsquelle im Netz. Dort werden aber auch Falschmeldungen verbreitet und Justus weiß manchmal nicht, was er glauben kann.

Wie wollen Sie gegen Phänomene wie Hatespeech und Fake News konkret vorgehen?      

Antwort der V-Partei³

Die V-Partei³ wird sich dafür einsetzen, dass der Bund Projekte für Jugendliche unterstützt und ausbaut, welche die Medien- und Sozialkompetenz der SchülerInnen stärken. Dies kann auch von Polizei sowie Jugend- und Gesundheitsämtern organisiert werden und muss altersgerecht über einen längeren Zeitraum erfolgen. So lernen die Jugendlichen Schritt für Schritt, Informationen aus sozialen Medien kritisch zu hinterfragen und Online-Mobbing entgegenzuwirken. Die Betreiber der Plattformen müssen gesetzlich dazu verpflichtet werden, Hasskommentare zu löschen und die User zu verwarnen bzw. deren Accounts zu löschen.

Zuletzt aktualisiert: 18. August 2017, 11:55 Uhr