NEW MUSIC AWARD 2022 Philine Sonny nominiert von 1Live

Eine 21-jährige aus dem Ruhrgebiet verliert sich ganz und gar in ihrer Liebe zu hallig-melancholischen Americana-Gitarren

Philine Sonny nominiert für "Newcomer*in des Jahres" von 1Live
Bildrechte: Amelie Siegmund

Das nordrhein-westfälische Unna kennt man bundesweit maximal durch die Unna-Trilogie von Peter Thorwarth („Bang Boom Bang“). Jetzt aber schickt sich die 21-jährige Philine Sonny an, Unna auch auf der Indie-Pop-Weltkarte relevant zu markieren. Als Teil des im Ruhrgebiet ansässigen Mightkillya-Kollektivs legt auch Philine gesteigerten Wert darauf, die dortigen subkulturellen Strukturen zu stärken. In gewisser Weise bezieht ihre Musik auch genau dadurch ihren sehr individuellen Charme.

Fragt man Philine nach ihren musikalischen Vorbildern, überrascht die Antwort nur auf den ersten Blick: „Den größten Einfluss auf meinen Sound haben der Mensch, der das Chorus-Pedal erfunden hat, Sam Fender und Bruce Springsteen“. Besonders der Sound des „Boss“ hat es Philine wie vielen anderen in der aktuellen Indie-Szene angetan. Selbst ihr Nachname – eigentlich heißt sie Bernsdorf – verweist auf einen ihrer Lieblingssongs des Meisters. Trotzdem ist ihr Indie-Americana-Rock sehr viel mehr als nur ein Abklatsch der offensichtlichen Vorbilder. Philine Sonny verpackt ihre eigenen kleinen, zum Teil persönlichen Coming-Of-Age-Geschichten in einen sehr melancholisch-warmen, schwelgerischen Sound, den man schon in den achtziger Jahren gern gehört hat.

Philines musikalischer Werdegang begann im Alter von elf Jahren, als sie anfing Schlagzeug zu spielen. Im Teenageralter entdeckte sie ihre Stimme und lernte auch noch Gitarre und Bass, so dass Philine bereits früh fähig war, ihre Gedanken und Gefühle in Songs auszudrücken. 2019 wurde das Mightkillya-Kollektiv um Musikerin Amilli auf das Talent aufmerksam und baut sie seitdem behutsam auf. Im Frühjahr 2022 erscheint dann ihre erste EP „Lose Yourself“, mit deren Sound sie perfekt in eine Zeit passt, in der Indie-Gitarren und offen thematisierte Verletzlichkeit aus der Tabuzone des Pop verschwunden und fast schon wieder state of the art sind.

New Music 2022: Die Hotlist