SPUTNIK Tagesupdate Roaming-Gebühren ade

Handygrüße aus dem EU-Ausland kosten ab dem Sommer nicht mehr extra - zumindest auf dem Papier. Doch Vorsicht: Deine Handyrechnung könnte trotzdem teurer werden.

Die gute Nachricht zuerst: Roaming-Gebühren sind in Europa ab dem Sommer Geschichte. Der Hintergrund klingt erst mal kompliziert: Das Europaparlament hat eine Obergrenze für die Kosten beschlossen, die europäische Mobilfunkunternehmen sich für die Auslandsnutzung ihrer Kunden gegenseitig in Rechnung stellen können.

Ab Mitte Juni, also rechtzeitig zur Ferienzeit, sind die Kosten gedeckelt: mit 3,2 Cent pro Minute für Anrufe und ein Cent für SMS. Für Datenvolumen sinken die Obergrenzen ab dem 15. Juni zunächst auf 7,70 Euro pro Gigabyte. Ab dem 1. Januar 2022 sollen sie auf 2,50 Euro pro Gigabyte festgeschrieben werden.

Diese Regelung sichert dich ab: Böse Überraschungen durch Einzelrechnungen über mehrere Hundert Euro nach einer Auslandsreise kann es jetzt nicht mehr geben, nur weil Du vielleicht verbummelt hast, die mobile Datennutzung auszuschalten.

Grundtarife könnten steigen

Doch auch hier gilt der alte Kaufmannsgrundsatz "Positionen auf der Rechnung können niedriger ausfallen, die gesamte Rechnung nie!" Um den Ausfall der Einnahmen durch das Roaming auszugleichen, haben schon mehrere Anbieter den Grundtarif für alle Nutzer erhöht oder werden dies tun.

Heißt im Klartext: Deine Telefonrechnung im Urlaubsmonat wird vielleicht nicht mehr ganz so drastisch ausfallen, über das Jahr verteilt hält sich die Ersparnis möglicherweise in Grenzen. Du solltest also die Bedingungen deines Tarifes weiter genau checken - und im Zweifel im Urlaub sowieso lieber auf Nummer sicher gehen: Kostenloses W-LAN gibt's schließlich fast überall...

Am Ende im Sinne des Kunden

Trotzdem: Mit der Entscheidung des Europaparlaments nimmt eine Geschichte ein kundenfreundliches Ende, die man auch nüchtern betrachtet nur mit "Abzocke" bezeichnen kann. Zur Erinnerung: Im Jahr 2009 nahmen Mobilfunkkonzerne fast fünf Milliarden Euro durch Roaminggebühren ein, massive Kritik von Verbraucherschutzverbänden und neue Vorgaben der EU-Kommission waren die Folge. Viele Anbieter mussten damals ihre Gebühren um fast 90 Prozent senken.

Das Thema im SPUTNIK Programm: SPUTNIK Nachrichten | 06.04.17 | 12 Uhr