Deine&Meinung Corona-Apps: Daten gegen Freiheit?

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, war sich schon vor Jahren sicher: Die Privatsphäre, wie wir sie seit 20, 30 Jahren kannten, ist ein Auslaufmodell. Für den Fortschritt müssen wir Daten preisgeben, aber stimmt das auch?

Corona-Warn-App, Das Logo der Corona-Warn-App auf einem Smartphone. Mithilfe der App werden Bürger benachrichtigt, sollten Sie sich in der Nähe eines am Coronavirus Erkrankten aufgehalten haben, wenn dieser die App ebenso installiert hatte und seine Erkrankung meldet.
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Eine Nacht durchfeiern im Club, gemütlich ein Bierchen mit der besten Freundin zischen oder einfach mal wieder entspannt Essen gehen. Damit das wieder funktioniert, brauchen wir niedrige Infektionszahlen und eine Kontaktnachverfolgung – zum Beispiel durch Apps, die uns und unsere Kontakte tracken, wie die Corona-Warn-App oder die App Luca.

Private Daten für Normalität?

Aber das heißt auch: Deine Daten werden aufgezeichnet und können an das Gesundheitsamt weitergegeben werden – ist die Weitergabe von sensiblen Daten nicht ein stolzer Preis, um zum Alltag zurückzukehren? Wie steht es dann da um den Datenschutz?

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Was bringen die Corona-Apps?

Ein Mobiltelefon mit geöffneter Corona Warn App und der Anzeige Erhöhtes Risiko
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Für die Corona-Warn-App wurde richtig viel Geld in die Hand genommen: Nach Angaben der Tagesschau belaufen sich allein die Entwicklungskosten auf rund 20 Millionen Euro. Laut Robert-Koch-Institut haben bislang rund 26 Millionen Menschen die App gedownloaded (Stand: 18. März 2021). Und nur wenige Menschen teilen ihr positives Testergebnis in der App: Rund 290.000 Menschen haben das getan – bei deutschlandweit mehr als 2,8 Millionen positiv getesteten Personen.

Neue App, besserer Datenschutz?

Luca-App: Schnelle und lückenlose Kontaktnachverfolgung im Austausch mit den Gesundheitsämtern.
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Zettelchen schreiben waren gestern, eine einfachere Kontaktverfolgung soll die neue Luca-App bringen. Damit funktioniert nämlich das Kontakte-Tracking komplett digital über das eigene Smartphone. Die gibt’s bereits seit einer ganzen Weile – aktuell erfährt sie aber einen regelrechten Netzansturm. Server sind dicht – die App offline – weil so so viele sie downloaden. Nicht zuletzt, weil Rapper und App-Mitbegründer Smudo ordentlich die Werbetrommel rührt. Die Luca-App soll eine Ergänzung zur bereits bestehenden Corona-Warn-App sein und die Gesundheitsämter bei der Kontaktverfolgung unterstützen. Mit ihrer Hilfe soll von jedem ein Kontakttagebuch erstellt werden, durch das langfristig Lockerungen möglich gemacht werden sollen.

Datenschutz adé?

Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt! Denn Datenschützer:Innen kritisieren die fehlende Transparenz. Wo und wie Daten gespeichert werden oder wie genau die Quellcodes aussehen – das wollten die Gründer lange nicht offenlegen. Das soll Ende März passieren – aber erst nach harscher Kritik.
Was ihr von der neuen Corona-App halten solltet und wie es um deine Daten bestellt ist, erfährst du in der nächsten Podcastfolge von Deine&Meinung. Bis dahin kannst du hier die aktuelle Folge von Deine&Meinung anhören:

MDR SPUTNIK | Deine & Meinung | 08. April 2021 | 21:00 Uhr