SPUTNIK Black Beatz vom 13.07.2018: Drake

Hockte Drake beim letzten Longplay "Views" noch alles überstrahlend auf dem städtischen Fernsehturm von Toronto, müsste man aktuell ne Fahrkarte zur ISS buchen, um den Start des frischen Albums "Scorpion" erfolgskongruent abzubilden. Wenn Drake kommt, ist es Zeit für die Erbsenzähler. Wahlweise für Guinness-Enthusiasten.

Beatles gekippt

Die Fakten: "Scorpion" besteht aus 25 Tracks. Davon bevölkern seit Wochenbeginn 7 die Top 10 der Billboard-Hitparade. Damit knackte unser kanadischer Knuddelbär einen sage und schreibe 54 Jahre alten Rekord der Beatles, quasi Steinzeit.

Ebenso leichtfüßig durchbrach der alte Young Money-Spezie die Schallmauer von 1 Milliarde Streams pro Erstwoche und brachte damit umgehend den Marktführer in Erklärungsnot, der ob dieser subversiven Voll-Drakisierung von etlichen Nutzern elementar bekrittelt wurde.

Dass Drake nicht nur stream sondern auch sell kann, bewiesen immerhin 730 Tausend verscherbelte Tonträgereinheiten, womit er an die großen Tage des CD-Zeitalters erinnert, obwohl er zu seinen prominentesten Totengräbern zählt.

Zwei Seiten

Drake ist allgegenwärtig, "der meiste Rapper der Welt", wie 'Die Zeit' so treffend titelte. Wie kein zweiter sammelt er aus allen Ecken die Fanschar zusammen und taugt so zum kleinsten gemeinsamen Nenner des Sommers 2018.

Didaktisch geht unser Aubery Drake Graham ganz konservativ vor und präsentiert im Doppel-Format erst eine Hip-Hop-Seite und dann eine R&B-Seite.

Erstere wird von der hiesigen Fachpresse schon mal als sein "bestes zusammenhängendes Stück Musik seit Jahren" rezensiert, wogegen man der zweiten Zuckerwatten-Potential andichtet. Ganz so extrem ist es nicht.

Bewährte Sounds

Zwar hört man im ersten Teil eher einen rappenden, im zweiten einen säuselnden Drake, die Sounds sind aber im Wesentlichen auf der gesamten Liedsammlung von bewährtem Personal wie No I.D., Noah "40" Shebib oder Boi-1da zusammengestrickt.

Die Hits, wie die Lauryn Hill-Adaption "Nice For What" oder die "Geldbündel machen glücklich"-Ode "God's Plan" sind strategisch geschickt auf volle Spiellänge verteilt, die Gastauftritte mit Jay-Z und Ty Dolla Sign sowie den verblichenen Jacko und Static Major wohl dosiert. Fazit: clever wie die Franzosen bis zum Halbfinale, aber eben auch etwas uninspiriert.

Daddy und Freelancer?

Neben monetärem Geprolle und jammriger Egozentrik muss man die realen Spitzfindigkeiten dann im Detail suchen. So outet sich Mr. Hotline Blink einerseits als Daddy eines bis dato geheimgehaltenen Sohnes und kontert einsilbig aber bestimmt die Blutgrätsche von Pusha T.

Andererseits versetzt er ganze Chefetagen in pures Angstzittern, wenn er den lapidar anmutenden Satz verkündert:

Sobald das Album da ist, bin ich aus dem Vertrag.

Mittlerweile werden schon Transferszenarien in Dimensionen eines Ronaldo oder Mbappe entworfen. Er selbst kann dazu nur das tun, was er am besten kann: Genüsslich Grinsen.

Drake, mit "Scorpion" der Black Beatz Act der Woche.

SPUTNIK Black Beatz vom 13.07.2018 | Stunde 1
Titel Interpret
Big Bank YG feat. 2 Chainz, Big Sean & Nicki Minaj
Hands High David Jay feat. TyRo
Don't Matter To Me Drake feat. Michael Jackson
Come Down WSTRN
Lyca Swarmz
I Like It Cardi B feat. Bad Bunny & J. Balwin
Blue Tint Drake
Ocean TK Kravitz feat. Jacquees
It's Okayyy Swizz Beatz
The Light Jeremih feat. Ty Dolla Sign
Love No Limit RMX Mary J. Blige
Nice For What Drake
Laurent Perrier Cris Cab feat. Farruko
Mas Que Nada Sergio Mendes feat. The Black Eyed Peas
079ME B Young
Gin & Drugs Wiz Khalifa ft. Problem
Praise The Lord (Da Shine) ASAP Rocky feat. Skepta
Gods Plan Drake
If You Know You Know Pusha-T
I Miss You Thundamentals
SPUTNIK Black Beatz vom 13.07.2018 | Stunde 2
Titel Interpret
Like Sugar Chaka Khan
Forrest Gump Loski
Way To Fly A Boogie Wit Da Hoodie feat. Davido
Mob Ties Drake
Lucid Dreams Juice Wrld
Welcome To The Party Diplo feat. French Montana & Lil Pump
Plug Walk RMX Richt The Kid feat. Gucci Mane, 2 Chainz & YG
It's Like That Mariah Carey
Taste Tyga feat. Offset
Yes Indeed Lil Baby feat. Drake
Jaded Drake
U Can't Touch This M.C. Hammer
Date Night Kirko Bangz feat. Chris Brown
Apeshit The Carters
Nonstop Drake
She Will Lil Wayne feat. Drake
Pa Mi Tory Lanez feat. Ozuna
Sensless Stefflon Don
After Dark Drake feat. Static Major & Ty Dolla Sign
Better Now Post Malone