SPUTNIK Black Beatz vom 26.06.2020: Run The Jewels

Sie zieren die Exclusiv-Interview-Spalten von "Rolling Stone" über "The Guardian" bis zu "complex.com" und das Fachorgan hiphopdx.com zückt mal aus dem Stand 4.8 von 5 möglichen Punkten. Im Zeitalter des Emoji-Trap musste man bisweilen weit in die Rap-Historie zurückgehen, um der aufgeheizten politischen Stimmung in Amerika tonal Rechnung zu tragen.

Mit dem frischen, in bewährter Manier durchnummerierten Albumviertling von Run The Jewels liegt nun - laut Fachrezensenten - das "kraftvollste Statement" dieser Tage vor. Und dabei war das gar nicht beabsichtigt.

Ich wäre wirklich froh, wenn unsere Statements im Moment keinen verdammten Sinn ergeben würden.

Lieber Arschlöcher

Aber sie tun es, denn die Wirklichkeit holte die düstersten Fantasien der Herren Killer Mike und El-P längst ein und lässt ihren Wunsch, von der Welt doch viel lieber als zwei paranoide Arschlöscher abgestempelt zu werden, an der Realität zerschmettern.

Zwischen pointierter Sozialkritik und exzentrischem Übermut reißen sie Themen wie Profitgier, Wirtschaftsabschwung oder die Corona-Pandemie an, natürlich geht es um den systematischen Rassismus, der in der Trump-Ära noch offensichtlicher wurde.

Ich habe Trump immer als den Tumor gesehen... Er ist das offensichtlichste Zeichen dafür, dass es eine Krankheit gibt, die sich seit langem entwickelt und eitert.

Von Pharrell bis Premo

Aufgenommen wurden die 11 Tracks in Rick Rubins Shangri-La Studios sowie in den legendären Electric Lady Studios in New York City. Launische Beats und apokalyptische Sounds fanden dabei erlesene Begleiter in Pharrell Williams, Zack de la Rocha, 2 Chainz, Josh Homme oder der großen Mavis Staples.

Nicht zu vergessen mit reichlich Nineties-Attitüde, Greg Nice und DJ Premier auf "Ooh La La". War das letzte Album ein wenig Feuer, viel Wasser und eine Menge dunkler Himmel, so ist RTJ4 "all fire". Und der Black Beatz Act der Woche - Run The Jewels.      

Black Beatz Hot Shots

An einem alten Gassenhauer arbeitet sich derweil Lil Wayne ab und präsentiert zusammen mit Doja Cat und "Shimmy" quasi das ODB-Update 2020. Und während im Amiland Lil Baby seine Sicht in "The Bigger Picture" ausbreitet und sein My Turn-Album erneut auf die Chart-Pole hievt, picken wir aus U.K. eine ganz andere Art von Sorge: Cashh - Trouble.  

SPUTNIK präsentiert die Deutschen Urban Charts.

SPUTNIK Black Beatz vom 26.06.2020 | Stunde 1
Titel Interpret
Sketchers Drip Report feat. Tyga
In Your Eyes The Weeknd
Lock Down DJ Frass feat. Chip
Never Look Back Run The Jewels
Alright Kendrick Lamar
Silly Events Ambush feat. Giggs
30 Aitch
I Dunno Tion Wayne feat. Dutchavelli & Stormzy
Out Of Sight Run The Jewels feat. 2 Chainz
Rockstar DaBaby feat. Roddy Ricch
Fight The Power Public Enemy
Don't Rush RMX Young T & Bugsey feat. DaBaby
Bored In The House Tyga feat. Curtis Roach
JUST Run The Jewels feat. Pharrell & Zack de la Rocha
The Bigger Picture Lil Baby
Savage RMX Megan Thee Stallion & Beyonce
Fancy Drake feat. T.I. & Swizz Beatz
Ooh La La Run The Jewels feat. Greg Nice & DJ Premier
Tommy Lee Tyla Yaweh feat. Post Malone
SPUTNIK Black Beatz vom 26.06.2020 | Stunde 2
Titel Interpret
Moncler Tinie feat. Tion Wayne
Vanessa Kojo Funds
Cold French Montana feat. Tory Lanez
Walking In The Snow Run The Jewels
Need It Migos feat. YoungBoy Never Broke Again
Otherside Of America Meek Mill
Black Dave
Same Boat Kojey Radical feat. Mereba
Booth Sides Gucci Mane feat. Lil Baby
Prospect Iann Dior feat. Lil Baby
Gonnies vs. E.T. Run The Jewels
Say It Loud (I'm Black And I'm Proud) James Brown
TKN Rosalia feat. Travis Scott
Betty Pa Salieu
Shimmy Lil Wayne feat. Doja Cat
Shutterbug Big Boi feat. Cutty Cartel
Pulling The Pin Run The Jewels feat. Mavis Staples & Josh Homme
The Scotts Travis Scott & Kid Kudi
Fuego Del Calor Scott Storch feat. Ozuna & Tyga
Ghetto Cinderella Jevon
Trouble Cashh
The Ground Below Run The Jewels