SPUTNIK Black Beatz vom 09.07.2022: Logic

Zuerst war da der dämliche Diss von Joe Budden, der Logic als den schlechtesten Rapper der Welt abstempelte und diesen damit in eine mittlere Identitätskrise bugsierte. Aber dass der Bursche aus Maryland deshalb vor zwei Jahren seinen Rücktritt erklärte, ist nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte: er wurde Vater. Zu sehr hatte er Befürchtungen, im Hamsterrad des Bizz steckenzubleiben und den Spross nicht beim Aufwachsen zusehen zu können. Also die Notbremse. Bis jetzt.

Als ich zurücktrat, wollte ich der beste Vater der Welt sein. Nun dachte ich allmählich, ja shit, ich bin großartig als Ehemann und Vater, aber ich muss endlich wieder rappen.

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150 Vinylscheiben

Gesagt, getan. Und im Grunde brauchte es exakt 12 Tage, bis Logic sein nun mehr 8. Album im Kasten hatte. Den Grund für diese rasante Vorgehensweise behält er noch für sich, Fakt ist aber, dass sein Kumpel und Madlib-Kollaborateur Eothen Alapatt nach seiner Anfrage quasi über Nacht 150 Vinylscheiben rüberschob, damit er sich auf den gewünschten Sound einstellen konnte. Uns so klingt der immerhin 30 tracks umfassende Riemen auch: straight nach 90ies, nach dem Goldenen Zeitalter.

Ich habe das ganze Ding von Vinyl gesampelt. Das ist buchstäblich nur Vinyl, MPC, Breakbeat, Raps. Das war's!

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Def Jam adé

Nicht nur Sample-technisch kommt die Scheibe als Hommage an sein Geburtsjahrzehnt, sondern ist mit AZ, Royce Da 5'9'' oder RZA auch personell mit erlesenen Protagonisten aus jenen Tagen bestückt, nicht zu vergessen der Titeltrack mit DJ Premier an den Decks.  Zudem lässt die Platte nicht nur Rückschlüsse auf Logics wahre Vorlieben zu, der nebenbei behauptet, mit seinen Trap- und Pop-Ausflügen vornehmlich sein Haus bezahlt zu haben. Es schließt auch ein Arbeitgeber-Kapitel im Leben des 32-jährigen ab: Def Jam.

Gibt es einen besseren Weg, bei Def Jam zu aufzuhören, als ihnen das zu geben, worauf Def Jam aufgebaut war: einfach nur Hip-Hop.

Genau das gibt es hier. Als Black Beatz Act der Woche: Logic – Vinyl Days.

Black Beatz Hot Shots

Während in den hiesigen Urban-Charts der 19-jährige Londoner Benzz mit seinem "Je M'apelle" für ordentlich Buzz sorgt, versucht dies die gute Beyonce im Amiland in ähnlichem Fahrwasser wie olle Drake, nämlich auf knapp 120 bpm und unter Verwurstung von Robin S: "Break My Soul". Was sich nach Partychrashing anhört, ist in erster Linie Frustablassen über die Nichtnominierung für die BET-Awards. Aber am Ende dann doch herzerfrischend komisch "Late To Da Party". Von Lil Nas X und YoungBoy Never Broke Again.

SPUTNIK Black Beatz vom 09.07.2022 | Stunde 1
Titel Act
I Like You (A Happier Song) Post Malone feat Doja Cat
Sweet Bounce Stefflon Don
Blackwhiteboy Logic
Gotta Move On Diddy feat Bryson Tiller
Late To Da Party Lil Nas X feat YoungboyNeverBrokeAgain
Mazza Slowthai feat. ASAP Rocky
DL4V Nemzz
Jimmy Cooks Drake feat 21 Savage
I Guess I Love It Logic feat The Game
Vegas Doja Cat
I Wish Stevie Wonder
Roadblock NSG feat LD
Where You Been Not3s
Blessing Me Mura Masa feat Pa Salieu x Skillibeng
Ten Years Logic feat Royce Da 5'9''
Boom Royce 5'9''
Rich Spirit Kendrick Lamar
Lately Stay Flee Get Lizzy feat Clavish
G Love Craig David feat Nippa
Distraction Polo G
Breath Control Logic feat Wiz Khalifa
Dua Lipa Jack Harlow
SPUTNIK Black Beatz vom 09.07.2022 | Stunde 2
Titel Act
No Need Lotto Ash
Chosen Blxst feat. Ty Dolla Sign x Tyga
Orville Logic feat Like, Blue, Exile
Sheikh Talk Tyga
13 Going To 30 Cristale
Je M'apelle Benzz feat Tion Wayne and French Montana
Grrrls Lizzo
Captain Arz
Vinyl Days Logic feat DJ Premier
Break My Soul Beyonce
Show Me Love Robin S.
Falling Back Drake
Cash In Cash Out Pharrell Williams feat 21 Savage and Tyler The Creator
Beats By The Pound Soulbrotha feat. Large Pro & Nutso
Therapy Music Logic feat Russ
OT Capella Grey feat Ty Dolla Sign
Light My Fire Sean Paul feat Gwen Stefani
Call Me Every Day Chris Brown feat Wizkid
Porta One Logic feat RZA
True Love XXXTentation feat Kanye West