SPUTNIK Roboton vom 30.06.2021: Perel

Vor drei Jahren wurde Perel zur Veröffentlichung ihres Debütalbums in fast jedem deutschen Feuilleton besprochen und gefeiert. War sie doch der erste deutsche Act, der eine Vertrag von DFA Records, dem Label des LCD Soundsystem-Chefs James Murphy, erhalten hatte. Sensation! Soweit, so gut. Doch dann kam alles anders.

Aber fangen wir ganz vorn an. Annegret Fiedler, so ihr richtiger Name, wurde im sächsischen Thalheim geboren, studierte in Halle, zog und arbeitete in Berlin und von dort ging es nach Amsterdam und schließlich nach Amerika. Klingt nach toller Karriere und nach regelmäßigem Tapetenwechsel-Bedürfnis. Stimmt auch beides, denn als DJ und Produzentin hatte Annegret gut zu tun. Das einzige Manko - ihre Katzen konnten nicht mit ins Ausland ziehen und kamen bei ihrer Mutter unter:

Wir sind regelmäßig in Kontakt und sie schickt mir regelmäßig Videos von den Katzen. Alles wird dokumentiert. Meine Eltern haben die Katzen ins Herz geschlossen, es ist also eine Win-Win-Situation.

Richtig gesehen hat Annegret ihre Katzen und auch ihre Eltern allerdings sehr lange nicht, denn als die Pandemie langsam um die Welt ging, war sie in Amerika und plötzlich waren keine Reisen mehr möglich. Hinzu kam, dass ihr Label finanzielle Schwierigkeiten hatte und ihre zweites, eigentlich fertiges Album nicht veröffentlichen konnte. Annegret saß also gleich mehrfach fest:

Das letzte Jahre war eines der schlimmsten meines Lebens. Obwohl ich ein Dach über dem Kopf und zu Essen hatte. Aber das ganze Konzept der Musikbranche, das stark auf dem Touren beruht, ist einfach mal zusammengebrochen. Ich wusste nicht wie es weitergeht, hatte krasse Existenzängste.

 Mit ihrer neuen Single „Stars“ startet Perel nun neu durch, auf einem neuen Label. Der Song erscheint als deutsch- und englischsprachige Version und erzählt auch von Perels Sehnsucht in der Pandemie:

Der Song ist eine Liebesbotschaft an meine Freunde und meine Familie. Dieses Heimweh hatte ein Level, das ich noch nicht kannte. An manchen Abenden habe ich einfach in den Himmel geschaut und an meine Lieben gedacht, die so unerreichbar waren. Der Text des Songs kam dann im April des letzten Jahres, als wir weltweit in der Quarantäne steckten, einfach aus mir heraus.

 

Aber „Star“ ist nur der Anfang. Aktuell arbeitet Perel – mal wieder – am zweiten Album, das nun Ende des Jahres endlich erscheinen soll. Dann hoffentlich in einer Welt, in der Reisen und Touren wieder (fast) selbstverständlich ist.

SPUTNIK Roboton vom 30.06.2021: Perel
Titel Interpret
Smile HouseKaspeR
Core (That's Who We Are) VIZE x Papa Roach
Marea (We’ve Lost Dancing) (Radio Edit) Fred Again X The Blessed Madonna
Star (German Radio Edit) Perel
Freakshow (Perel Remix) DJ Hell
Blue Monday (feat. Tim Hox & Lions Head) Moguai
Closer (feat. Chromeo) James Hersey
Ofenbach Anthem Cinthie
Mirror (Paul Woolford Remix) Sigrid
The Shift Aparde
Hole Aparde
Lined Aparde
Paradise Delay Marteria
Only L (feat. Nimmo) TSHA
Wolves (feat. Youngblood Hawke) (7" Single Edit) Digitalism