Buchcover
Bildrechte: eulenspiegel.com/MDR SPUTNIK

SPUTNIK Tagesupdate Buchtipp: "Der Anteil des Redens an der Affenwerdung des Menschen"

Lässt sich über Geschmack streiten? Warum gibt es Brand-, aber keine Löschreden? Wie entstehen rassistische Stereotype? "Der Anteil des Redens an der Affenwerdung des Menschen" soll solche Fragen beantworten.

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Eigentlich ist Daniel H. Rapoport Chemiker und entwickelt Technologien zur Analyse und Vermehrung von Zellen am Fraunhofer Institut in Lübeck. Nebenher veröffentlicht er aber Essays in Zeitschriften und Sammelbänden.

Wenn ein Chemiker über Sprache spricht

Neun seiner Essays hat er jetzt in seinem Buch "Der Anteil des Redens an der Affenwerdung des Menschen" veröffentlicht.

Sie tragen verschnörkelte und provokante Titel wie "Boviste und Planeten oder: Der Streit um Gott" und "Die reizlose Seite des Humanismus oder: Zum Verhältnis von Juden und DDR".

So unterschiedliche Themen die Titel seiner Essays auf den ersten Blick ansprechen, eines haben sie alle gemeinsam: Die menschliche Sprache.

Menschliche Kommunikationsgewohnheiten bilden Rapoports Grundthema, von Alltagsphänomenen wie dem Unterschied zwischen normalem und Bewerbungsdeutsch bis hin zu philosophischen Fragestellungen.

Komplizierte Umwege

Generell scheint Rapoport seine Inspiration unter anderem bei Philosophen einzuholen, denn Namen wie Spinozas und Horkheimer fallen in seinen Texten genauso häufig wie das Wort "eigentlich" - in diesem Fall sehr oft.

Auch seine Essays lesen sich teilweise so, wie man es weniger von modernen Autoren und eher von klassischen Philosophen erwarten würde: Komplizierte und verschachtelte Sätze, aber mit einem ganz eigenen Stil.

"Der Anteil des Redens an der Affenwerdung des Menschen" ist ein Buch, das man nicht nebenbei lesen sollte, sondern aufmerksam und konzentriert.

Etwas Hilfe von Google schadet auch nicht, da Rapoport oft nicht genauer auf seine Querverweise zu den erwähnten Philosophen eingeht. Dann erst versteht man Rapoports Auseinandersetzung mit Sprach- und Sprechgewohnheiten und wie eng sie mit dem menschlichen Denken verbunden sind.

Das Thema im SPUTNIK Programm: SPUTNIK Tagesupdate | 06.03.18 | 18:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. März 2018, 16:34 Uhr