LGBTQ-freie Zonen in Polen: Was steckt dahinter?

Ein Jahr keinen Sex oder eine feste Partnerschaft, sonst darfst du als LGBTIQ-Person in Deutschland kein Blut spenden. Immernoch wird man als nicht heterosexueller Mensch ausgegrenzt. Für Gleichberechtigung beim Blutspenden setzt sich Lucas Hawrylak von der SPD ein. Er kämpft aktiv für LGBTIQ+–Rechte in Deutschland. Vom queeren Stammtisch aus startete Lucas spontan eine Petition gegen "Homoheiler" und hat diesem Thema so eine riesige mediale Aufmerksamkeit geliefert.

Wir haben einen homosexuellen Gesundheitsminister, Menschen leiden darunter in diesem Land und ich habe mich mit meinen Freunden darüber aufgeregt. Dann meinte jemand, Lucas starte doch 'ne Petition und ich dachte so, okay das machen wir jetzt!

Lucas Hawrylak über seine Petition gegen die Konversionstherapie

Dieses Jahr gab es zwar den ersten deutsch-polnischen CSD der Geschichte – aber gleichzeitig gibt es auch einen Rückschritt in der LGBTIQ-Gleichberechtigung. Polenweit wurden LGBTIQ+-freie Zonen geschaffen, alles von einer konservativen Strömung ausgehend. Andrzej ist Pole und Redakteur des einzigen LGBTIQ+–Magazines in seinem Land. Er erzählt wie sein Alltag in Warschau ist und wie man sich fühlt von einem Teil der Bevölkerung ausgegrenzt zu werden.

Seit einiger Zeit haben wir auch die Aktion, dass Menschen Regenbogen-Fahnen am Fenster oder dem Balkon aufhängen. Das habe ich auch in meinem Fenster gemacht. Aber meine Mitbewohnerin meinte, ich soll das lieber lassen, weil sonst unsere Fenster mit Steinen eingeworfen werden.

Andrzej über sein Leben im schwulenfeindlichen Polen
SPUTNIK Moderator Kai Witvrouwen
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