Kühlregal mit Milchprodukte in einem Supermarkt
Bildrechte: IMAGO

SPUTNIK Tagesupdate So wahr ist die Drei-Sekunden-Regel

Murphys Gesetz: Wenn der Toast runterfällt, landet er mit dem Belag nach unten auf dem Boden. IMMER. Aber wenn man ihn ganz schnell aufhebt, kann man ihn doch bestimmt noch essen, oder?

Kühlregal mit Milchprodukte in einem Supermarkt
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Brötchen runtergefallen? Drei-Sekunden-Regel, das kann man noch essen! Keks auf dem Boden gelandet? Kein Problem, waren ja nur drei Sekunden!

Die Drei-Sekunden-Regel kennt jeder von uns - bei den Amerikanern gilt diese Regel sogar fünf Sekunden lang. Aber wie harmlos ist es tatsächlich, Lebensmittel zu verzehren, die vorher kurzzeitig auf dem Boden lagen?

2016 wurde in den USA eine Studie mit dem Titel "Gibt es die Fünf-Sekunden-Regel?" von der Rutgers University in New Jersey veröffentlicht. Die Wissenschaftler haben zwei Jahre lang erforscht, wie keimbelastet Lebensmittel sind, nachdem sie auf verschiedenen Böden lagen.

Fazit: Auch wenn das Essen nur kurz auf dem Boden lag, wurden Keime vom Boden übertragen - je länger, desto mehr Keime.

Es kommt auf den Boden an

Generalisierbar waren die Ergebnisse allerdings nicht, denn es kommt natürlich auch darauf an, welche Art von Lebensmittel auf welchem Boden gelandet ist.

Glatte Materialien wie Fliesen geben zum Beispiel mehr Keime ab als ein Teppich, der viel absorbiert. Außerdem nehmen trockene Lebensmittel langsamer Keime auf als Lebensmittel mit einer hohen Feuchtigkeit.

Ist das wirklich so schlimm?

In Ernstfällen können kontaminierte Lebensmittel zu einer Lebensmittelvergiftung mit Symptomen wie Durchfall, Erbrechen und Magenschmerzen führen. Bei gesunden Menschen klingt sie zum Glück oft von alleine ab. Wer aber zu einer Risikogruppe (Kinder, Schwangere ältere Menschen) gehört oder ein schwaches Immunsystem hat, muss aufpassen.

Das gilt allerdings nicht nur für Essen auf dem Boden: Verunreinigt werden können Lebensmittel praktisch überall, sei es durch einen rohe tierische Produkte, einen schmutzigen Backofen, oder durch ungewaschene Hände.

Eingepackte Lebensmittel sind zum Beispiel durch die Verpackung geschützt, aber die Verpackung selbst kann beim Transport oder bei unsachgemäßer Lagerung verunreinigt werden und so die Keime in den Kühlschrank schleppen.

Wie kann man sich schützen?

Erhitzen tötet Keime ab. Dafür sollte das Innere des Lebensmittels für mindestens zwei Minuten eine Temperatur von mindestens 70° herrschen.

Anders ist es bei Obst und Gemüse, denn hier sollten wir uns nicht nur vor Keimen, sondern auch vor den Resten von Pflanzenschutzmitteln schützen. Deswegen sollte man pflanzliche Nahrungsmittel immer unter fließendem Wasser waschen. Noch besser ist es, den Gemüseschäler zu benutzen, denn mit dem Entfernen der Schale verschwinden auch viele der Keime.

Vorausgesetzt, nach dem Schälen landet nichts mehr auf dem Boden.

Das Thema im SPUTNIK Programm: SPUTNIK Tagesupdate | 08.01.18 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Januar 2018, 17:01 Uhr