Bild von Edgar Zschoche, der für zwei Wochen ins Schweigekloster nach Kathmandu, Nepal reist.
Bildrechte: Edgar Zschoche

SPUTNIK Tagesupdate Zwei Wochen schweigen in Kathmandu

Einmal alles hinschmeißen und um die Welt reisen - manche Menschen sind wirklich so mutig. So wie Eddi. Der 26-jährige Sachse hat 2017 seinen Job als Sachbearbeiter gekündigt und sieht sich jetzt die Welt an. Sein nächstes Ziel: Ein Schweigekloster in Kathmandu.

Bild von Edgar Zschoche, der für zwei Wochen ins Schweigekloster nach Kathmandu, Nepal reist.
Bildrechte: Edgar Zschoche

Stell dir vor, du darfst nicht ein Wort sagen - zwei Wochen lang. Nicht mit deiner Stimme, nicht mit deinen Augen, nicht mit deinem Smartphone. Für den 26-jährigen Eddi aus Leipzig ist das jetzt Realität. Freiwillig.

Freiwillig die Klappe halten

Selfie von Edgar Zschoche, der für zwei Wochen ins Schweigekloster nach Kathmandu, Nepal reist.
Bildrechte: Edgar Zschoche

Eddi ist nach Nepal gereist, um dort zwei Wochen in einem Schweigekloster in Kathmandu zu verbringen. Er will spirituelle Erfahrung sammeln und mal nur Zeit mit sich selbst verbringen. Ohne ständig erreichbar zu sein oder sich abzulenken.

Das klingt vielleicht nicht so krass, aber die Zeit dort ist härter als man glaubt. Nicht nur Reden ist verboten, sondern auch jede andere Art von Kommunikation. Keine Gesten, kein Grinsen. Auch sein Smartphone und seine Uhr muss er abgeben. Außerdem darf er nichts aufschreiben.

Kloster in Kathmandu/Nepal
Bildrechte: Imago-Stock

Stress, Hektik und Leistungsdruck bestimmen unseren Alltag. Eddi aus Leipzig will das ändern und wagt den radikalen Break: Eine Auszeit im Schweigekloster.

MDR SPUTNIK Mi 10.01.2018 19:07Uhr 03:21 min

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Um dich selbst zu finden, brauchst du: Nichts

Der Tag fängt sehr früh an, mit einem Gong: Um 4:30 Uhr. Früher ist der Hobby-DJ oft erst um diese Zeit ins Bett gegangen. Aber nicht nur das wird sich in den nächsten Wochen an seinem Alltag ändern - zum Essen gibt es für Anfänger zweimal täglich Reis mit Gemüse, aber immer erst nach der Meditation. Frauen und Männer sind voneinander getrennt.

Mulmig ist Eddi dabei trotzdem nicht, er ist gespannt auf die Erfahrung. Vorsichtig muss man auf dieser Reise trotzdem sein.

Menschen, die vielleicht psychische Probleme haben, depressiv sind oder sowas in der Art, denen sagt man ausdrücklich, man soll bitte nicht kommen. Man taucht da so tief in die Seele ab [...] und das kann natürlich auch unheimlich aufwühlen.

Vielleicht findet man am Ende dieser intensiven Zeit den Seelenfrieden, aber vielleicht kommen auch verdrängte Erinnerungen ans Licht. Eddi ist gespannt, wie es ihm in Kathmandu gehen wird und wir sind es auch.

Das Thema im SPUTNIK Programm: Tagesupdate | 10.01.18 | 18:35 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2018, 07:46 Uhr