Rechtes Hausprojekt in Halle geplant

Die "Kontrakultur", ein regionaler Ableger der "Identitären Bewegung", plant ein Hausprojekt in Halle. Und zwar direkt am geisteswissenschaftlichen Campus in der Innenstadt. Rund 700 Menschen demonstrierten am Dienstag gegen das Wohnprojekt.

Rund 700 Menschen haben am Dienstag friedlich gegen das geplante Wohnprojekt der "Kontrakultur" in Halle demonstriert. Die Demonstration zog vom Steintor einmal durch Halles Innenstadt und vorbei an dem Haus, in dem das Wohnprojekt realisiert werden soll.

Das Gebäude in der Adam-Kuckhoff-Straße solle für Veranstaltungen und Versammlungen der neurechten Gruppe genutzt werden, schätzt Torsten Hahnel vom Verein Miteinander ein: "Es geht darum, Zentren zu schaffen, die fest in der Hand rechter Akteure sind, in denen sie frei schalten und walten können, in denen sie Nachwuchs rekrutieren und ausbilden können und in denen sie eigene Veranstaltungen durchführen können."

Was steckt hinter dem Verein?

Der Verein "Kontrakultur" ist ein regionaler Ableger der „Identitären Bewegung“ in Halle. Auf Facebook bezeichnet sich die Gruppe selbst als "identitäres Jugendprojekt gegen die Selbstabschaffung durch Masseneinwanderung".

Die "Identitären" - zur Erinnerung: Das sind Gruppen, die Politikwissenschaftler als rechtsradikal einstufen. In Sachsen-Anhalt werden sie vom Verfassungsschutz als verfassungsfeindlich eingestuft und unter Beobachtung gestellt. In Halle haben Identitäre eine Studentin mit einem Messer angegriffen.

Für die Kontrakultur interessiert sich auch schon die Polizei:

Die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd hat ermittelt bzw. ermittelt noch wegen Sachbeschädigung, Nötigung und mehrerer Verstöße gegen das Versammlungsgesetz.

Antje Hoppen, Polizeidirektion Süd

Kulturzentrum in Halle geplant

Und nun hat sich genau diese Gruppe ein Haus gekauft. Genauer: einen viergeschossigen Altbau in der Adam-Kuckhoff-Straße, direkt gegenüber dem Steintorcampus der Martin-Luther-Universität.

Die Kontrakultur sagt, sie plant dort ein "patriotisches Hausprojekt, in dem Raum für vielfältige Bildungs-, Kultur- und Freizeitangebote entstehen soll". Nach ihren Aussagen sollen "Identität und Solidarität als gesellschaftliche Grundwerte wieder großgeschrieben werden".

Gegenwehr ließ da nicht lange auf sich warten. Antifaschistische Gruppierungen haben die Kampagne "Kick them out! Nazizentren dichtmachen!" ins Leben gerufen. Mit "Nazi-Zentrum" meinen die Iniatoren das Hausprojekt der Kontrakultur.

Sie meinen, das Haus soll "den Nazi-Hipstern der Kontrakultur Halle als Wohnraum, als Sitz einer eigenen Werbeagentur und als Veranstaltungsort für Schwachsinn verschiedenster Art dienen“.

Das Thema im SPUTNIK Programm: SPUTNIK Nachrichten | 11.07.17 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Juli 2017, 12:52 Uhr