SPUTNIK Tagesupdate Ameisen in den Beinen - das Restless-Legs-Syndrom

Quälende Unruhe, unangenehmes Kribbeln und Zucken oder Schmerzen in den Beinen: Wer unter 'Restless Legs' leidet, kommt nachts kaum zur Ruhe. Viel ist über diese Krankheit noch nicht bekannt. Klar ist bisher nur, dass die Ursache für die Nervenerkrankung genetisch bedingt ist. Bestimmte Faktoren wie Eisenmangel, Stress oder Medikamente können die Krankheit ebenfalls begünstigen. Wir haben mit einer Betroffenen gesprochen.

Was ist dieses Kribbeln, das Anne nicht schlafen lässt?

Anne kommt von der Arbeit, es ist Nachmittag und sie weiß: jetzt geht der Stress erst richtig los. Nervös sitzt sie am Tisch, trinkt ihren Tee und überlegt, wie sie den Abend und vor allem die Nacht gut überstehen kann. Immer wieder steht sie währenddessen auf und geht ein paar Schritte durch ihre Wohnung. Was ist da los?

Die Krankheit Restless-Legs-Syndrom

Porträt von Restless-Legs-Patientin Anne im Café.
Bildrechte: MDR / Laura Meyer

Anne leidet unter der Krankheit „Restless-Legs-Syndrom“. Dabei tritt ab Nachmittags bei ihr der zwanghafte Drang auf, sich zu bewegen. Ihre Beine schmerzen, kribbeln, werden heiß und kalt. Vor allem nachts lässt sie die Krankheit nicht schlafen. Selbst mitten im Winter springt sie aus dem Bett auf, um Spaziergänge zu machen, die sie danach wieder ungefähr zwei Stunden ruhigen Schlaf finden lassen. Morgens schmerzen ihre Beine wie nach einem Marathon.

Noch keine Ursache bekannt

Professor Dr. med. Zierz aus dem Universitätsklinikum Halle beobachtet die Krankheit seit ca. 20 Jahren und erklärt, dass sie vermutlich genetisch bedingt ist und sie jeder bekommen kann. Es tritt allerdings häufiger auf, je älter man wird. Deshalb werden auch Parallelen zu Eisenmangel oder Nierenerkrankungen erforscht. Im Grunde ist das Feld also noch sehr offen.

Allein durch eine Erkrankung?

Anne ist froh, dass nach 2,5 Jahren Ungewissheit in einem Schlaflabor endlich geklärt werden konnte, warum sie nachts so schlecht schläft. Die Diagnose eine chronische Krankheit zu haben, hat sie natürlich zunächst sehr betroffen, dennoch versucht sie, ihr Leben normal zu meistern und ihren Job als Kindergärtnerin weiterzumachen. Schwierig ist allerdings die Partnersuche mit der Erkrankung, denn wie sie sagt „hält man(n) das Zucken nur schwer aus und verbringt dann doch eher die Nacht auf dem Sofa“.