Das Gehirn als Grafik.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

SPUTNIK gönnt euch Studie: Vergessliche Menschen sind intelligenter

Du vergisst regelmäßig deinen Schlüssel, dein Alter und das aktuelle Jahr? Vielleicht bist du einfach nur verpeilt, aber vielleicht bist du auch überdurchschnittlich intelligent. Laut einer Studie der kanadischen University of Toronto ist ein gutes Gedächtnis überbewertet.

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Manche Menschen wissen noch genau, was sie vor 43 Tagen zum Frühstück hatten und andere sind froh, wenn sie sich an den aktuellen Wochentag erinnern können. Letztere werden gern als weniger intelligent belächelt, doch eine Studie der University of Toronto räumt mit diesem Vorurteil auf.

Vergessen ist wichtig für das Gedächtnis

Für die kanadischen Forscher Paul Frankland und Blake Richards ist Vergesslichkeit nicht nur ein Zeichen von Intelligenz, sondern bestimmt sogar, wie gut wir darin sind, sinnvolle Entscheidungen zu treffen.

Die wesentliche Aufgabe unserer Erinnerungsfunktion sei es, so Frankland und Richards, wertvolle Informationen zu speichern und den unnützen Rest zu entsorgen, um Platz für neue überlebenswichtige Daten zu schaffen.

Mach Platz für Neues!

Bei einer Studie mit Mäusen fand Frankland heraus, dass alte Erinnerungen und Verbindungen überschrieben werden, wenn neue Gehirnzellen entstehen.

Wir wissen, dass Übungen die Anzahl der Neuronen im Hippocampus steigern, aber es sind exakt diese Details in deinem Leben, die eigentlich nicht relevant sind, die dich vielleicht davon abhalten, gute Entscheidungen zu treffen.

Du erinnerst dich vielleicht noch an Disney Pixars Film "Alles steht Kopf". In einer Szene wird gezeigt, wie Rileys alte Erinnerungen gelöscht werden, um Platz für neue zu schaffen. So ähnlich läuft es auch in deinem Kopf ab.

Ein weiterer Grund, weswegen Vergesslichkeit praktisch ist: Dein Hirn vergisst zwar spezifische Details von bestimmten Situationen, erinnert sich aber trotzdem an die Situation selbst. Forscher glauben, dass dieser Vorgang dabei hilft, frühere Erfahrungen besser einordnen zu können.

Das Gehirn setzt Prioritäten

Ab und an Kleinigkeiten zu vergessen, beweist also nur, dass unser Erinnerungsvermögen genau das macht, was es soll: Aufräumen und Sortieren.

Wenn dein Erinnerungsvermögen allerdings häufig mit dem von Dori aus "Findet Nemo" verglichen wird, solltest du besser mal zum Arzt gehen.

Das Thema im SPUTNIK Programm: SPUTNIK Gönnt Euch | 18.11.17 | 08:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. November 2017, 16:24 Uhr